Leverkusen: Gerhard Richter lockte Kunstinteressierte
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 18.10.2008Leverkusen (RPO). Für das Museum Morsbroich war der Donnerstag ein ganz besonderer Tag. Nachdem sich ungewöhnlich viele Journalisten einen Überblick über die Ausstellung mit „Übermalten Fotografien“ von Gerhard Richter verschafft hatten, stürmten abends Kunstinteressierte das Haus. Rund 650 Besucher wurden gezählt, was wohl Vernissagen-Rekord in Leverkusen sein dürfte.
Dicht gedrängt im Jagdszimmer
Nur wer sich eine Stunde vorher nicht mehr von seinem Stuhl im Spiegelsaal fortbewegte, hatte die Chance auf einen Sitzplatz. Selbst im Jagdzimmer, wo man die Ansprachen per Videoübertragung verfolgen konnte, standen alle dicht gedrängt.
„Es war gigantisch“, strahlte Museumsleiter Dr. Markus Heinzelmann gestern nach geschlagener Schlacht. Und für ihn war nicht nur die Menge der Besucher ausschlaggebend, sondern vielmehr das positive Feedback. Er hatte an diesem Abend andauernd Hände zu schütteln und konnte Gratulationen entgegen nehmen.
„Die Stimmung war ganz toll“, fasst er zusammen und denkt dass dies auch mit der Art der Bilder zu tun hat. „Es ist eine Ausstellung, die Leute glücklich macht“, meint er – und zwar nicht nur die Kunstkenner. Durch den gegenständlichen Anteil werde die Phantasie der Betrachter angeregt, und das mach Lust zum Rundgang. Für Heinzelmann wurde es ein langer Abend, denn nach dem offiziellen Teil wurde noch im kleinen Kreis gefeiert.
Leihgeber, Kollegen aus der nordrhein-westfälischen Museumslandschaft und persönliche Freunde von Gerhard Richter wechselten zum Empfang ins Restaurant. Richter, der äußerst zufrieden mit dieser Ausstellung und mit dem Verlauf des Abends war, hielt bis gegen Mitternacht aus. Er wurde begleitet von seiner Frau und der New Yorker Galeristin Marian Goodman. Die kamen gemeinsam im Taxi, mit deutlicher Verspätung.
Besucher mutmaßten, die Polizei habe Richter wahrscheinlich wieder zurück geschickt, weil der Parkplatz überfüllt war. Denn die meisten hatten an dem Abend ziemlich unschöne Erfahrungen mit den Freunden und Helfern gemacht, die ziemlich unfreundlich einfach alle Besucher mit Ziel am Schloss vorbei winkten.
Ortskundige wussten sich zu helfen, aber Auswärtige fühlten sich nicht gerade willkommen geheißen. Dabei hatte das Museum vorgesorgt und drei Ordnungskräfte eingesetzt, die Pläne mit den Parkmöglichkeiten verteilten. Allerdings nur an Autofahrer, die nicht bereits vorher von der Polizei abgewimmelt wurden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






