Leverkusen: Gericht im Schwebezustand
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 29.06.2010Leverkusen (RPO). Ob das alte Amtsgerichtsgebäude in Opladen abgerissen oder kernsaniert wird, ist noch offen. Eine Entscheidung falle frühestens im Hebst, hieß es vom Land. Derweil sind die Bauarbeiten fürs neue Finanzamt im Gange.
Levekrusen Gepackt haben Marin Elsner, Geschäftsleiterin des Amtsgerichts Leverkusen, und ihre Kollegen noch nicht. "Wir befinden uns im Schwebezustand. Mit der Ungewissheit, ob der Altbau abgerissen und durch einen Neubau ersetzt oder doch kernsaniert wird, leben wir schon seit gut einem Jahr." Elsner und Kollegen müssen wohl auch noch etliche Monate damit zurecht kommen, denn "es ist noch keine Entscheidung dazu getroffen", sagt Frank Buch, Pressesprecher des zuständigen Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW.
"Das Raumprogramm liegt derzeit zur Genehmigung im Finanzministerium. Frühestens im Herbst oder zum Jahresende wird eine Entscheidung fallen." Dies bestätigt auch Ulrich Hermanski, Pressesprecher des Justizministeriums in Düsseldorf: "Die Frage der baulichen Zukunft des Amtsgerichts Leverkusen befindet sich in einem frühen Prüfungsstadium, in dem auch das Justizministeriums beteiligt ist. Eine Entscheidung für einen Neubau oder eine umfassende Sanierung ist offen."
Die Gebäude
Das Gebäude des Amtsgerichts stammt aus den Jahren 1880 bis 1883 und wurde zweimal erweitert (1911 bis 1914, 1965 bis 1968).
Das neue Finanzamt soll in anderthalbjähriger Bauzeit realisiert werden, der Neubau hat vier Etagen, wird nach ökologischen Gesichtspunkten mit Geothermie beheizt und/oder gekühlt.
VVV Opladen will Denkmalschutz
Das könnte die Hoffnung im Verkehrs- und Verschönerungsverein Opladen noch einmal aufkeimen lassen, dass der Abriss umgangen werden könnte. "Wir hatten schon einen Antrag auf Denkmalschutz des Gebäudes gestellt", berichtet Vorsitzender Toni Blankertz. "Der ist aber – so erfuhren wir nur aus Politiker-Kreisen – abgelehnt worden. Nun haben wir mit der Politik darüber gesprochen, ob man denn nicht wenigstens die Frontfassade des Hauses irgendwie verwerten kann." In Leverkusen sei man schnell mit Abriss bei der Hand, kritisiert Blankertz. Nach und nach würden Erinnerungsstücke aus vergangener Zeit gerade in Opladen verschwinden, von architektonischen Zeitzeugen bliebe kaum etwas übrig.
Von nostalgisch-architektonisch gelungenem Zeitzeugen mag manch einer beim Finanzamtsgebäude an der Haus-Vorster-Straße womöglich nicht sprechen, allerdings ist auch dessen Zukunft noch ungewiss, wenn die Beamten Ende 2011 ausgezogen sein werden.
"Auch da liegt derzeit noch kein Verwertungskonzept vor", sagt Frank Buch vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb. Zuletzt war der Bau in den 70er Jahren erweitert und modernisiert worden.
Indes hat das Land früher als vorgesehen bereits mit den Arbeiten am neuen Finanzamtsgebäude im Innovationspark in Manfort begonnen. Sie sollten eigentlich im Juli beginnen, derzeit "finden aber schon Erdbewegungen statt", berichtet Buch. Die Arbeiter sind beim Buddeln unerwartet auf Fundamentreste der ehemaligen Wuppermannfabrik gestoßen, müssen diese erst abknabbern. "Das führt aber nach derzeitigem Stand nicht zu Verzögerungen beim Bau", betonte der Sprecher.
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