Leverkusen: Gesamtschul-Kunstkursus: Mensch-Maschine mit Platine
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 21.03.2009Leverkusen (RPO). SCHLEBUSCH Saft- und kraftlos wirkt die Figur, die zusammengeklappt auf dem Boden sitzt. Als sei die Energiezufuhr gekappt. Die braucht es schon, um die Fernbedienung zu betreiben, die in seinem Rücken eingelassen ist, über Kabel und dicke Stecker mit dem Gehirn verbunden.
Lisa Hopen hat diese Figur aus Kaninchendraht, Gips und alten Bettlaken geformt, weil sie damit vor Augen führen wollte, dass der Mensch heute nicht nur abhängig ist von Technik. Dass er sich ihr unterwirft und gelegentlich das Denken einstellt. Was machen die Arbeit an und mit Maschinen mit den Menschen?
Dieser Frage stellten sich Elfer-Schüler der Gesamtschule Schlebusch im Kunstkursus von Ulli Köppen. Die Ergebnisse der künstlerischen Auseinandersetzung sind von Sonntag an für zwei Wochen in der Schmiedehalle des Industriemuseums Freudenthaler Sensenhammer zu sehen. Genau an diesem Ort begann auch das Projekt mit der Besichtigung der alten Industrieanlage. Unter verschiedenen Gesichtspunkten ging der Kursus das Thema "Arbeit – Mensch und Maschine" an und wählte jeweils eine andere geeignete Technik, um die Gedanken sichtbar zu machen. So entstand einmal die Skulpturen-Gruppe, eine Belegschaft von Gipsfiguren im Umgang mit Technik. Verheddert in Kabeln oder Filmstreifen oder mit einer Platine im Kopf. Aber es gibt nicht nur Negatives. Andere Figuren lehnen sich relaxt zurück, das Handy am Ohr oder haben es sich mit dem Kaffeebecher bequem gemacht.
Als Linoldruck bildeten die Schüler Industrieanlagen ab. Manche setzten klassische Fabrikansichten um, andere gingen sehr viel freier mit der Aufgabe um. Ganz frei war der Kursus beim Erfinden von Nonsensmaschinen. Das Ausgangsmaterial dazu war für alle gleich: Kopien von Maschinenteilen, die dann in einer Collage zusammengesetzt wurden. Der vierte Aspekt wurde per Scherenschnitten visualisiert, die Bauern mit der Sense in Bewegung zeigen.
Mit dieser Ausstellung setzt das Museum die Zusammenarbeit mit Schulen fort. Bei der Eröffnung am Sonntag um 11 Uhr werden Schüler ihre Ideen und die angewandten Techniken erklären. Die Arbeiten sind bis 3. April zu sehen.
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