Leverkusen: Gesamtschule führt 60-Minuten-Stunde ein
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 27.04.2011Leverkusen (RPO). SCHLEBUSCH Die Stunde hat 45 Minuten, das jedenfalls ist die normale Zeitrechnung in Schulen. In der Gesamtschule Schlebusch wird die Schulstunde ab dem neuen Schuljahr 60 Minuten haben. Seit rund zwei Jahren wird diese Umstellung im Lehrerkollegium diskutiert. Dort sind zwar noch nicht alle überzeugt, aber die Begeisterung ist groß. "Eine deutliche Mehrheit von über 70 Prozent ist dafür", sagt Schulleiter Bruno Bermes, der bereits in den laufenden Planungsprozess einstieg, als er die Stelle in Schlebusch antrat. Letzte Woche hat auch die Schulkonferenz, in der neben Lehrern auch Vertreter von Eltern und Schülern sitzen, für die Umstellung gestimmt. Damit sind die Weichen gestellt. Nun müssen neue Stundenpläne für das Schuljahr 2011/12 her.
Pädagogische Gründe
An der Schule sei man schon lange mit dem normalen Stundenraster unzufrieden gewesen, so Bermes. Denn das passe eigentlich nicht zum Ganztagsbetrieb, den die GSL schon seit der Gründung vor 20 Jahren hat. Beim normalen 45-Minuten-Zeitraster sind die Zeiten für kleine und große Pausen festgelegt, die aber nicht wirklich gut mit der langen Mittagspause zusammenpassen. Aus diesem Grund haben Ganztagsschulen in anderen Städten schon längst auf günstigere Zeitraster umgestellt. Einige von 45 auf 60, andere sogar auf krumme Werte wie 67,5 oder 62 Minuten pro Schulstunde. Hintergrund für die längeren Modelle sei die Abi-Prüfungsordnung, die eine bestimmte Minutenzahl in Abiturfächern verlange. Mit der Einheit 67,5 dagegen ließe sich die Lehrerbezahlung nach Schulstunden besser umrechnen. In Schlebusch habe man sich für 60 Minuten entschieden, weil das günstiger für die Sekundarstufe I sei, denn: "Wir haben mehr Unterstufenschüler." Die Berechnung des Lehrerschlüssels sei zwar komplizierter, aber mit einer Excel-Tabelle ohne weiteres zu meistern.
Vor allem gebe es gute pädagogische Gründe für die 60-Minuten Stunde, versichert Bermes. Statt einer Kombination von 45 Minuten-Stunden und einer Doppelstunde Deutsch seien Einheiten von 60-Minuten günstiger. Einerseits war die Einzelstunde oft zu knapp bemessen, 90 Minuten verleiteten dagegen, die Füße baumeln zu lassen.
Bedenkenträger gab es unter den Sportlehrern, die befürchten, dass bei längeren Einzelstunden zu viel Zeit für Auf- und Abbau draufgehen würde. Reine Organisationssache, meint Bermes. Man könne ebenso gut morgens Geräte aufbauen, die dann alle Klassen nacheinander benutzen. "Die 60-Minuten-Einheit bringt Ruhe in den Betrieb, das bestätigen alle Schulen, die schon umgestellt haben", so das Hauptargument. Sie erleichtere außerdem die Probleme der anstehenden Renovierungsphase zu lösen, wenn über 400 Schüler in das Gebäude Görresstraße ausgelagert werden.
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