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Leverkusen: Glassündern droht Bußgeld

VON HERBERT BONGARTZ - zuletzt aktualisiert: 28.11.2011

Leverkusen (RP). Die Stadt will an den Karnevalstagen in Schlebusch gegen Scherben vorbeugen. Auch Zugteilnehmer dürfen keine Flaschen mitführen, sonst droht Strafe. Jetzt werden noch Sponsoren für die Anschaffung von Pappbechern gesucht.

Info

Negativer "Hotspot"

"Wir wollen in einem Pilotprojekt ausprobieren, wie das Glasverbot läuft", hatte der städtische Rechtsdezernent Frank Stein im Bürger- und Umweltausschuss kürzlich betont. Der Lindenplatz in Schlebusch sei der negative karnevalistische "Hotspot" in Leverkusen. Ein Glasflaschenverbot an Karneval auch in Hitdorf, Opladen und Wiesdorf umzusetzen, ist laut Stadt nicht zu schaffen: "Es wäre ein Wahnsinnsaufwand", betonte Stein.

Die meisten Schlebuscher sind heute noch entsetzt, wenn sie an die zurückliegende Karnevalssession denken. Speziell an Weiberfastnacht war der Lindenplatz derart mit Glasscherben übersät, dass sich einige Besucher Schnittverletzungen zuzogen. Deswegen wird die Stadt in diesem Jahr ein Glasverbot (wir berichteten) für die Karnevalstage verhängen.

Der Haken mit den Bechern

Damit sind auch alle Mitglieder der Bezirksvertretung für den Stadtbezirk III einverstanden. Doch: Da gibt es noch einen kleinen Haken, der in der jüngsten Sitzung für einige Diskussionen sorgte. Es geht um die Pappbecher, aus denen die Besucher künftig statt der Gläser trinken sollen. Die Anschaffung der rund 20 000 Becher gehe auf Kosten der Allgemeinheit, sagte Günther Nahl von der SPD. Das wären rund 2000 Euro: "Das sehe ich wirklich nicht ein." Man müsse da die Werbegemeinschaft einspannen, regte Kurt Saal (CDU) an. "Die sollen sich um Sponsoren kümmern, die die Pappbecher für Karneval finanzieren."

Dem stimmte auch Marita Schmitz von den Grünen zu. "Wir dürfen kein unnötiges Geld ausgeben." Die Verwaltung signalisierte in der Sitzung schon Hilfe von der Werbegemeinschaft Schlebusch. Die wolle sich an der Anschaffung der Becher für die Karnevalstage beteiligen. Einstimmig empfahl die Bezirksvertretung dem Stadtrat, das Glasverbot in Schlebusch im kommenden Jahr einzuführen. Außerdem wurde die Verwaltung beauftragt, bis zur kommenden Ratssitzung (12. Dezember) zu prüfen, ob sich Sponsoren an der Finanzierung der Becher beteiligen. Die Einführung des Glasverbots im nächsten Jahr in Schlebusch ist ein Versuchsballon für das ganze Stadtgebiet.

Die Anregung für das Glasverbot für den Bereich Lindenplatz kam übrigens von der Polizei Köln/Leverkusen. Damit dieser Abschnitt auch entsprechend überwacht werden kann, muss die gesamte Schlebuscher Fußgängerzone von der Einmündung Oulustraße bis zur Einmündung Gregor-Mendel-Straße erfasst werden. Auch die Dauer des Glasverbots steht schon fest: Altweiberfastnacht (16. Februar) von 8 bis 21 Uhr und Karnevalssamstag (18. Februar) von 10 bis 19 Uhr.

Das Glasverbot wird nicht nur die Besucher betreffen, sondern auch die Teilnehmer des Zuges am 18. Februar. Kein Zugteilnehmer darf in dem begrenzten Bereich Flaschen oder sonstige Glasgefäße mitführen.

Kontrollen und Bußgelder

Da will die Verwaltung hart durchgreifen. Die Ordner werden angewiesen, Verstöße gegen das Glasverbot zu registrieren und die Zugnummer mitzuteilen. Am Ende des Zugweges werden die Personalien aufgenommen und möglicherweise anschließend ein Bußgeldverfahren gegen die "Sünder" eingeleitet.

Quelle: RP


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