Leverkusen: Grippe: 1300 Schüler haben frei
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 24.06.2009Leverkusen (RPO). Die Zahl der Grippekranken (Influenza A, H1N1) steigt: Am Dienstag wurden drei neue Fälle bestätigt. Betroffen sind Schüler des vom-Stein-Gymnasiums und der Realschule Am Stadtpark. "Grippefrei" haben deshalb insgesamt 1300 Schüler.
Über 1000 Leverkusener Schüler haben ab Mittwoch bis zum Wochenende schulfrei. Unfreiwillig. Die Stadtverwaltung hat die Realschule Am Stadtpark vorläufig geschlossen. Grund: zwei Fälle von Neuer Grippe. "In der Schule laufen in dieser Woche die Projekttage und ein Schulfest. Dabei sind die Schüler nicht mehr getrennt in den Klassen, sondern gemischt. Das wäre nicht kontrollierbar", begründete eine Sprecherin der Stadt die Entscheidung, die Gesundheitsamt, Schulvertreter und Sozialdezernent Frank Stein gestern Nachmittag trafen.
Zu den beiden Fällen in der Unterstufe der Realschule kommt ein weiterer Fall hinzu. Auch am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist offenbar ein Fünftklässler infiziert. Mit ihm gehen rund 30 Kinder in dieselbe Klasse. Da in der Schule heute Zeugniskonferenzen anstehen, haben die Schüler frei. Am Mittag wollen Dezernent, Gesundheitsamt und Schulvertreter beraten, wie es an dem Schlebuscher Gymnasium ab morgen weitergehen soll. An der Schule lief gestern ein Sportfest – in Absprache mit dem Gesundheitsamt durfte das Fest stattfinden, berichtete die Stadtsprecherin weiter. "Da das Fest draußen stattfindet, ist die Ansteckungsgefahr geringer."
Nach RP-Informationen soll einer der drei Neuerkrankten Kontakt zu den bereits Ende vergangener Woche an dem Virus leidenden beiden Grundschülern aus Opladen gehabt haben.
Klinikum trennt Fieberpatienten
Professor Peter Groneck, Chef der Kinderklinik im Klinikum Leverkusen, nannte noch einen vierten Fall, der jetzt positiv getestet wurde, aber nicht im Schulumfeld angesiedelt sei. Mittlerweile habe das Klinikum über 20 Proben ins Institut für Virologie geschickt und Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. "Wir müssen aufpassen, dass sich fiebernde Kinder nicht gegenseitig und auch nicht unsere Mitarbeiter infizieren", sagt Groneck. Deswegen müssen Eltern, die fiebernde Kinder in die Klinik bringen, oder andere Patienten mit Fieber vor dem Einlass klingeln.
"Sie werden dann von Mitarbeitern die durch Mundschutz geschützt sind, in einen separaten Raum gebracht und untersucht." Bei Verdacht – Peter Groneck nennt Fieber, Gelenkschmerzen, Atemwegssymptome – wird ein Abstrich genommen und ins Institut für Virologie in Bonn geschickt. "Geht es dem Patienten gut, wird er nach Hause geschickt mit der Maßgabe, dort zu bleiben, bis der Anruf aus Bonn kommt", berichtet Groneck. Bei der medikamentösen Behandlung drohte derzeit kein Engpass.
Aus der Elternschaft der Realschule Am Stadtpark dräute gestern Unmut ob schlechter Informationspolitik der Schule zum Thema. "Das Kind ist doch nun in den Brunnen gefallen", klagte ein Vater gegenüber der RP, der nur auf Umwegen von den beiden Fällen an der Schule erfahren hatte. "Da sollte die Schulleitung doch nun gegenüber der Eltern mit offenen Karten spielen, gerade im Zeitalter von Internet."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






