Leverkusen: Grippe: Impfstoff im Oktober
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 05.09.2009Leverkusen (RPO). Der Schweinegrippe-Impfstoff kommt: In der nächsten Woche will sich Amtsarzt Dr. Hans-Eckhard Linstaedt mit den niedergelassenen Ärzten in Leverkusen zusammensetzen, um über die Verteilung und andere Fragen zu sprechen.
Die gute Nachricht vorweg: Der Anstieg der Schweinegrippe-Erkrankungen in Leverkusen hat sich deutlich verlangsamt. Wie die Stadtverwaltung gestern auf Anfrage bekanntgab, hat sich die Gesamtzahl der bestätigten Fälle in den vergangenen drei Wochen von 98 auf 107 erhöht und damit deutlich weniger stark als befürchtet. Zurzeit kommen keine neuen Fälle hinzu. Ursprünglich hatten die städtischen Gesundheitsexperten eine neue Welle von Krankheitsfällen zum Schulbeginn erwartet, dadurch dass Tausende Leverkusener Schüler und Lehrer wieder aufeinandertrafen. Doch der befürchtete Effekt ist ausgeblieben.
Für Entwarnung noch zu früh
5266 Fälle in NRW
Beim Robert-Koch-Institut sind für Nordrhein-Westfalen bisher 5266 Fälle von Schweinegrippe registriert, die meisten harmlos. Die Weltgesundheitsorganisation glaubt aber, dass eine weitere Verbreitung auch in Deutschland nicht aufzuhalten ist.
Für Entwarnung ist es dennoch zu früh. Vielmehr fährt Amtsarzt Dr. Hans-Eckhard Linstaedt jetzt noch ein weiteres Gegenmittel gegen die auch als "Neue Grippe" bekannte Krankheit und deren Erreger, das H1N1-Virus, auf. Schon in der kommenden Woche will sich der Mediziner mit den niedergelassenen Ärzten in der Stadt zusammensetzen, um über Fragen rund um den neuen Impfstoff und dessen Verteilung zu sprechen. Ab Oktober soll das Serum zur Verfügung stehen. "Wer kommt für die Impfung in Frage?", "Wo werden die Ampullen aufbewahrt?" – dies alles und einiges mehr soll in der Runde angesprochen werden.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die von Linstaedt oder auch vom Land herausgegebenen Empfehlungen nun wieder entschärft werden können. "Die Gefahr ist noch nicht vorüber", erklärte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums gestern. Möglichst keine Hände schütteln, Massenveranstaltungen meiden, häufig Hände waschen (mindestens 20 Sekunden lang) – dies sei auch weiterhin dringend angeraten. "Man darf sich von den guten Nachrichten nicht einlullen lassen", betont die Ministeriums-Bedienstete. Mutiere das Virus, könne der bisher eher harmlose Krankheitsverlauf durchaus dramatische Formen annehmen. "Deshalb predigen wir den Leuten auch weiterhin: Hygiene, Hygiene, Hygiene."
Beim Rundgang über das Opladener Herbstfest ließen sich gestern jedoch andere Beobachtungen machen. Da wurden Küsschen gegeben, Hände geschüttelt, wurde Wechselgeld nicht etwa auf den Tresen gelegt, sondern in die Hand gedrückt. Und so manch einer fasste sich danach mit der Hand ins Gesicht – für Virenübertragung ein Weg so effektiv wie eine Autobahn.
"Wir können nur aufklären", betont das Ministerium. "Danach handeln müssen die Leute selber." Immerhin: In fast allen Leverkusener Schul-Waschräumen und Turnhallen sind nunmehr ausreichend Seife (in Seifenspendern), Papierhandtücher oder Rollenhandtücher zu finden. Die Stadt hatte dies vor einigen Wochen angeordnet.
Anekdote am Rande: Monika Romain, Leiterin des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, hatte sogar ihr Privatgeld vorgestreckt, damit der Hausmeister sofort Nachschub an Hygiene-Utensilien kaufen konnte, weil das über das Schulkonto nicht sofort umzusetzen war.
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