Leverkusen: Grippe: Leverkusenerin stirbt
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 13.01.2011Leverkusen (RPO). Bislang gibt es in Leverkusen zwei bekannte Schweinegrippe-Fälle: Eine Leverkusenerin mit erheblichen Vorerkrankungen überlebt die Infektion nicht; eine weitere Person kuriert die Infektion zu Hause.
Im Nachhinein lässt sich nur mutmaßen, aber kaum etwas mit Gewissheit sagen. "Ob die Frau ohne diese zusätzliche Infektion überlebt hätte: Das wäre reine Spekulation", meint Dr. Hans-Eckard Linstaedt, der Amtsarzt der Stadt. Fakt ist nur: Eine junge Leverkusenerin, die das 30. Lebensjahr noch lange nicht erreicht hatte, starb Anfang der Woche in einem Kölner Krankenhaus. Und sie hatte das H1N1-Virus im Körper, die so genannte Schweinegrippe. Allerdings teilte die Stadt gestern sogleich mit, dass die Frau mit erheblichen Vorerkrankungen zu kämpfen hatte.
"Nicht gefährlicher als andere"
"Jede Grippe kann bei entsprechend geschwächten Personen einen schweren Krankheitsverlauf nehmen", lässt das städtische Gesundheitsamt daher wissen. Die Erkenntnisse aus der Grippesaison 2009/10 hätten zudem gezeigt, dass "die Schweinegrippe nicht gefährlicher ist als andere Grippen" (Linstaedt). Dies belege auch der zweite aktuell bekannte H1N1-Fall in der Stadt: Ein milder Verlauf erlaube es der betroffenen Person, die Krankheit zu Hause zu kurieren.
Klar sei, ergänzt Linstaedt, dass die Zahlen von vor einem Jahr nicht erreicht werden dürften. Damals wurde dem Gesundheitsamt 322 Mal die Diagnose Schweinegrippe übermittelt. Zwar sollen auch jetzt alle Grippeerkrankungen (nicht nur die Schweinegrippe) mitgeteilt werden. Aber es bestehe laut Amtsarzt keine Pflicht mehr, auch Verdachtsfälle zu melden. Sprich: So würden Erkrankte vielfach einfach nur wie gewöhnlich behandelt von ihren Ärzten, ohne dass ein endgültiger H1N1-Nachweis erbracht werde. Dass es neben den beiden bekannten Fällen weitere Schweinegrippe-Fälle in der Stadt gebe, sei sehr wahrscheinlich, sagt Linstaedt.
Dass es zu einer ähnlichen Besorgtheit wie vor einem Jahr kommt, glaubt der Mediziner nicht. Er vertraut auf den gesunden Menschenverstand: "Die Bürger haben sich das alles angeschaut und gesehen, was passiert ist. Daraus ziehen sie vernünftige Schlüsse."
Ein vernünftiger Schluss ist für den Arzt die Grippe-Impfung. Diese immunisiere gegen eine Handvoll Erreger, einer davon ist das H1N1-Virus.
Zwar sei bereits die Hälfte der Grippesaison vorbei, sinnvoll sei eine Impfung dennoch. Vor allem für Kinder, Jugendliche, Senioren und Personen, die häufig in Kontakt mit anderen Menschen, insbesondere mit Kindern, kommen.
Abseits davon gelten die bekannten Verhaltensregeln: Hände mit Seife waschen, keine anderen Personen anhusten, Hautkontakt mit Fremden vermeiden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






