Leverkusen: Grundstein für den Lückenschluss
VON MARTIN OBERPRILLER - zuletzt aktualisiert: 30.10.2009Leverkusen (RPO). In Schlebusch wurde gestern Grundsteinlegung für das so genannte Karree im Dorf gefeiert. Bis Ende 2010 soll der viergeschossige Bau mit Wohnungen, Praxen und Büros stehen. Noch sucht man vor allem gewerbliche Nutzer.
Schlebusch Nieselregen hatte eingesetzt und ein kalter Wind schob dunkle Wolken über das Schebuscher Zentrum, als Pastor Heinz Zöller von der katholischen Pfarrgemeinde St. Andreas gestern Morgen um kurz nach 10 dennoch begann, Fürbitten zu sprechen. Man kann nun einmal nicht erwarten, dass immer nur Gutes vom Himmel kommt – und so gesehen musste es dann auch nicht verwundern, dass die zukünftigen Bewohner des neuen "Karrees im Dorf" das miese Wetter völlig gelassen nahmen. Denn seit Wochen schon hatten sie auf diesen Augenblick gewartet: die Grundsteinlegung für das neue, hufeisenförmige Gebäude, das einmal ihre Heimat werden soll.
Sparkasse zieht ein
Insgesamt sind bis zu sechs Ladenlokale sowie 10 Arztpraxen im Karree im Dorf vorgesehen. Die Sparkasse will Dezember 2010 einziehen. Dazu kommt, dass das Haus "barrierearm" wird, wie Projektentwickler Klaus Müller verspricht. Damit wollen die Verantwortlichen auch ältere Menschen nach Schlebusch-Mitte locken.
Riesige Baugrube
Wobei, so richtig erkennen lässt sich noch nicht, wie es hier in gut einem Jahr aussehen könnte, wenn endlich die hässliche Baulücke in der Schlebuscher City zwischen Oulustraße und Münsters Gässchen geschlossen sein soll. Dort, wo 41 Wohnungen und eine ganze Reihe von Geschäften, Praxen sowie Büros entstehen werden, gähnt die Bewohner und Nutzer in spe einstweilen lediglich eine riesige Baugrube an. Aber trotzdem liegen die Verantwortlichen nach eigenem Bekunden gut im Zeitplan. "Immerhin haben wir schon den Boden für die Tiefgarage fertig", erklärte Klaus Müller, nachdem er als Geschäftsführer des Bauprojektentwicklers HKM endlich den Grundstein in einem eigens im Beton ausgesparten Loch versenkt hatte.
Der Grundstein, das ist in diesem Fall eine Metallplombe, in die Müller zuvor unter anderem Zeitungen mit gestrigen Datum gesteckt hatte. Was wiederum tatsächlich eine gewisse Symbolkraft besaß, denn im Lauf der Zeit hat die Schlebuscher Mitte ihr Gesicht doch nachhaltig geändert. "Als ich hier 1988 anfing, fuhren auf der Bergischen Landstraße noch Autos", erinnerte sich Pastor Zöller nach dem Ende der offiziellen Zeremonie im Gespräch mit unserer Zeitung.
Das ist aber lange her – längst bleibt die einstige Verkehrsader Fußgängern vorbehalten. Und dies ist mit ein Grund dafür , dass inzwischen bereits 25 Wohnungen ihre künftigen Eigentümer fanden, während, so Klaus Müller, gewerbliche Fische noch nicht in vergleichbarer Zahl angebissen haben. Dafür aber eben Menschen wie zum Beispiel jene Dame, die im Moment noch am Leimbacher Berg lebt, sich aber schon auf ihr neues Domizil freut. "So habe ich kürzere Wege zum Einkaufen", berichtete sie über die Vorzüge ihrer neuen Wohngegend. Und auch mit den neuen Nachbarn dürfte es keinen Ärger geben. Denn die Pfarrgemeinde hat ebenfalls sechs Wohnungen erworben. Und bei so viel geistlichem Beistand muss man sich um das Haus und seine Bewohner wirklich keine Sorgen machen – auch wenn's draußen mal wieder ziemlich ungemütlich ist.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







