Leverkusen: Gut angelegt: mehr Geld für die Erzieherinnen
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 29.07.2009Leverkusen (RPO). Der neue Tarifvertrag für Erzieherinnen in städtischen Kindertagesstätten vergrößert den Schuldenberg der Stadt Leverkusen enorm: Bis zu 700.000 Euro Mehrkosten pro Jahr kommen auf die Stadtverwaltung nach der Einigung im Tarifstreit zu, sagte gestern Finanzdezernent Rainer Häusler.
Präzise lasse sich die Auswirkung noch nicht berechnen. Immerhin gelte das neue Tarifwerk für 50 verschiedene Berufsgruppen, für die wiederum 16 unterschiedliche Tarifgruppen gelten – verteilt auf 40 Berufsjahre.
Gibt es eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge?
"Diesen Gedanken habe ich in meinem Kopf noch nicht bewegt", sagte Finanzdezernent Häusler. Unsere Einschätzung: Vor der Kommunalwahl, das scheint sicher, wird sich kaum ein Politiker an dem Thema den Mund verbrennen.
Woher nimmt die Stadt die nötigen Gelder?
"Wir erhöhen den Kassenkredit", erklärte Häusler gestern. Bedeutet: Die Stadt überzieht das städtische Girokonto. Gestern stand die Stadt mit 114 Millionen Euro in den roten Zahlen – nur beim Überziehungskredit. Voriges Jahr um diese Zeit drückte die Stadt "nur" ein Minus von 75 Millionen Euro.
Wie groß ist der Kostenblock für das städtische Personal in Kindertagesstätten?
Derzeit stehen 520 Mitarbeiter bei der Stadt auf den Gehaltslisten. Bedeutet einen derzeitigen Kostenblock von 16,2 Millionen Euro.
Wird das Ausbauprogramm für Kindertagesstätten gestoppt oder verlangsamt?
"Nein", sagte Häusler, der Gesetzgeber schreibe den Ausbau speziell für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren vor. 2013 hat jedes Kind in diesem Alter einen Anspruch auf einen Platz.
Welche Kosten entstehen durch diese Maßnahmen?
Die Stadt muss nach heutiger Rechnung 190 neue Mitarbeiter einstellen. Damit entstehen weitere Personalkosten von rund sechs Millionen Euro.
Befürwortet Personal- und Finanzdezernent Häusler die Lohnsteigerungen?
"Ja", bestätigte Häusler, der Mitglied der Tarifkommission der Arbeitgeber war. Die Erhöhung sei "gut angelegtes Geld" – gut für die Mitarbeitermotivation und damit gut für die Kinder und deren Eltern. Erzieherinnen seien schließlich Sozialarbeiter und Pädagogen.
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