Alkenrath: Gute Seiten, schlechte Seiten
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 28.04.2007Alkenrath (RPO). Zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag Alkenraths wurde gestern in der Sparkasse eine Ausstellung eröffnet. Bis Ende Mai sind Fotos und Karten zu sehen, die die Geschichte des Stadtteils dokumentieren.
Baulich hat sich der Stadtteil seit seiner „Geburt“ 1957 kaum verändert. „Aber früher war es hier schöner“, meint Otto Wiebach. Er weiß Bescheid über die guten und die schlechten Seiten Alkenraths, er wohnt dort seit 40 Jahren. „Der Zusammenhalt war früher größer und der Verkehr geringer“, fasst Wiebach zusammen. Auch ein paar Geschäfte mehr wären schön. Aber Wiebach verschweigt nicht die vielen schönen Seiten Alkenraths, die bis heute überdauert haben. „Die Lage, der Wald, die Weiher – ich muss nur zur Haustüre rausgehen, schon bin ich im Grünen“, sagt der Anwohner der Maria-Terwiel-Straße.
Pünktlich zur Ausstellungseröffnung kam Wiebach gestern in die Sparkassen-Filiale am Graf-Galen-Platz. Dort wurde zum Auftakt der Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag des Stadtteils (rund um das Festzelt an der Wilhelm-Leuschner-Straße) eine Stellwand mit Fotos und Karten präsentiert. Die Dokumentation des Werdegangs Alkenraths ist bis zum 31. Mai zu sehen und zeigt auch, wie die Gegend lange vor der Planung des Stadtteil aussah. So ist der Nachdruck einer rund 200 Jahre alten Karte zu sehen: Inmitten großer Grünflächen dienen die Gezelinkapelle und das Schloss Morsbroich (gehört wie ein Viertel des Autobahnkreuzes heute zu Alkenrath) als Anhaltspunkte zur Orientierung. Neben alten Karten hängen Fotos, die den Stadtteil aus der Vogelperspektive in seinen „Gründerjahren“ zeigen.Zusammengestellt wurden die Exponate von Frank Salewski und Wolfgang Scholz. Beide sind sozusagen doppelt vom Fach: Sie arbeiten im Fachbereich Kataster und Vermessung und stammen aus Alkenrath. So kam das Durchforsten des Materials für Salewski einem Ausflug in die eigene Vergangenheit gleich. „Man erkennt jede Ecke, die alte Schule, die Wohnhäuser von Freunden“, sagt der Stadtmitarbeiter. Zur Veranschaulichung, wo genau die Grenzen des Geburtstagskindes verlaufen, hat Salewski Alkenrath auf vielen Abbildungen einen roten Rahmen verpasst.
„Es ist sehr interessant, Alkenrath einmal von oben zu betrachten“, hat Otto Wiebach nach eingehendem Studium der Ausstellung bemerkt, Nur eines vermisst er auf den Bildern: „Die Umgehungsstraße, die uns versprochen war. Die hätten wir schon gerne gehabt. Aber ich glaube, dass die gebaut wird, werden die meisten heutigen Alkenrather wohl nicht mehr erleben.“
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