Leverkusen: "Happening-Bibel" schließt sich
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 13.08.2010Leverkusen (RPO). Die Wolf-Vostell-Ausstellung im Museum Morsbroich, die am Sonntag endet, hat für Wirbel gesorgt. Das Fernsehen brachte Sendungen zur Schau, die Kölner Uni richtet in Morsbroich eine Außenstelle ein.
"Wir hatten eine fantastische überregionale Presseresonanz", sagt Museumsleiter Dr. Markus Heinzelmann erfreut über das große Interesse an der Ausstellung über die Happenings von Wolf Vostell im Schloss Morsbroich. Zu vergleichen nur mit dem Echo auf die Präsentation von Gerhard Richter. Wie kein anderer deutscher Künstler steht der in Leverkusen geborene Wolf Vostell für die Blütezeit des Happenings. Und die Ausstellung "Das Theater ist auf der Straße" im Museum Morsbroich gibt einen umfassenden Einblick in diesen Teil seines Werkes, das ausführlich dokumentiert ist.
Die Schau geht nach Spanien
Ende der Ausstellung
"Das Theater ist auf der Straße – Die Happenings von Wolf Vostell" ist noch an diesem Wochenende im Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Str. 80, je von 11 bis 17 Uhr, zu sehen. Führung: Sonntag 15 Uhr.
Besucher informierten sich in den vergangenen Wochen über die Aktionen des Fluxus oder besuchten die Begleitveranstaltungen wie Filmvorführung und das Fluxuskonzert der Maulwerker. ARD und WDR sendeten Berichte über die erste umfassende wissenschaftliche Aufbereitung der Vostell-Happenings aus dem Museum Morsbroich. Für Stunden wurde das Museum Außenstelle der Uni Köln, als Kunstseminare nach Leverkusen verlagert wurden.
Am Sonntag geht die Ausstellung zu Ende. Bis 17 Uhr haben Leverkusener noch einmal die Gelegenheit, diese Schau zu sehen. Dann wird alles verpackt und ins Vostell-Museum im spanischen Malpartida transportiert. Dort wird die Ausstellung allerdings nicht in vollem Umfang zu sehen sein, weil die Räumlichkeiten begrenzt sind. Anschließend wandern die Exponate wieder ins dortige Happening-Archiv Vostells. Das größte Kompliment kommt für Heinzelmann von der Familie Vostell.
Wolf Vostells Frau bezeichnete den gewichtigen Katalog bei der Pressekonferenz als "Happening-Bibel", ein gelungenes Standardwerk eben. Viele vor allem ausländische Museen hätten den Katalog angefordert. Das zeige ihm die hohe internationale Bedeutung von Vostell, so Heinzelmann. Viel stärker noch als die Wahrnehmung im Rheinland, wo der Künstler immer noch zur Familie gezählt werde, aber "nicht mehr am Tisch sitzt", seit er verstorben ist. Das internationale Interesse zeige, wie wichtig die Themen Fluxus und Happening genommen und welche Rolle sie künftig spielen werden.
"Es ist viel in Bewegung"
Dass Leverkusen da mitspielen wird, ist Ziel des "Fluxus-Zentrums" im Museum Morsbroich. Konkretes kann Heinzelmann noch nicht sagen, aber: "Es ist viel in Bewegung", umschreibt er geheimnisvoll. In einigen Monaten könne er sicher mehr sagen, und er sei optimistisch, dass man den hoch gesteckten Zielen näher komme.
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