Köln/Leverkusen: Hat Schiedsricher-Boss Kinder missbraucht?
zuletzt aktualisiert: 07.02.2012 - 16:44Köln/Leverkusen (RPO). Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Kreisschiedsrichterausschusses des Fußballkreises Köln - wegen des Missbrauchs von Kindern. Der Schiedsrichter-Boss, der auch für Leverkusen zuständig war, ist am Montag von allen Ämtern zurückgetreten.
Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer bestätigte das Ermittlungsverfahren am Dienstag auf Nachfrage. Der 49-jährige Beschuldigte befände sich derzeit auf freiem Fuß. Zu Einzelheiten machte der Staatsanwalt keine Angaben, merkte aber an, dass es nicht zwangsläufig um körperliche Übergriffe des Mannes gehen müsse. In einer E-Mail an Schiedsrichter-Kollegen hatte der beschuldigte Kölner angegeben, dass er sich zu missbräuchlichen Äußerungen gegenüber jungen Schiedsrichtern in einem sozialen Netzwerk habe hinreißen lassen.
Wie der Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) in einer Stellungnahme schreibt, teilte der Kölner seine Entscheidung in einer Rundmail mit. Die Einladung zu einem Gespräch nahm er nicht wahr.
Weiter heißt es beim FVM:
"Ungeachtet des Rücktritts (...) hat das Verbandspräsidium in seiner Sitzung am 6. Februar beschlossen, ein Amtsverbotsverfahren aufgrund der im Raum stehenden und urkundlich belegten Vorwürfe des Amtsmissbrauchs sowie der Urkundenfälschung in der Amtsstellung als Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses bei der Verbandsspruchkammer zu beantragen."
Zu den Vorwürfen des Kindesmissbrauchs wollte sich der Verband mit Hinweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht äußern.
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