Opladen: Hauptschul-Dach fault weg
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 22.08.2009Opladen (RPO). Die Hiobsbotschaften in Sachen Gebäudeschäden reißen nicht ab. Gestern bestätigte die Stadt Leverkusen, dass es schwere Schäden am Dachstuhl der Hauptschule Hederichsfeld gibt. Folge: Die oberste Etage wurde gesperrt.
Stellungnahme
In einem Mitteilungsblatt an die Leverkusener Stadträte teilte die Stadtverwaltung fast beiläufig zu den Schäden in der Hauptschule mit: "Es handelt sich um konstruktive Mängel im Dachstuhl, Schäden an tragenden Elementen des Dachstuhls sowie erhebliche Feuchteschäden in den Fachwerkwänden."
Erst die Schließung der Opladener Bielertsporthalle, jetzt die Probleme am Dachstuhl der Hauptschule: Aus Sicherheitsgründen hat die Stadt die oberste Etage komplett geräumt. Ein Statiker hatte dies empfohlen. Damit fehlen der Schule für den Unterricht drei Klassen, zwei Computerräume, der Chemieraum plus Nebenräume sowie die Aula. In der Turnhalle sind nach Auskunft der Schulleiterin Natalie Schoroth-Prang Ballspiele verboten, die Halle ist also nur sehr eingeschränkt für den Sportunterricht nutzbar.
Eigentlich sollten die Schäden an den Dächern der Turnhalle und des Schulgebäudes in den Sommerferien behoben werden. Eigentlich. Dann sahen die Fachleute sich die Baustellen genauer an: Sie entdeckten in dem um 1910 gebauten Gebäude "Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall". Das bedeutet: verfaultes Holz und zerfressene Stellen an tragenden Balken des Dachstuhls. Das Ausmaß der Mängel habe die Bauverwaltung schon überrascht, sagte gestern Maria Kümmel vom Bauamt. Momentan erarbeitet ein Architekturbüro das Konzept zur Sanierung. "Was das alles kostet? Ich kann es heute beim besten Willen nicht sagen", meinte Kümmel im Telefonat mit unserer Zeitung.
Buspendelverkehr für Schüler
Schulleiterin Schoroth-Prang muss derzeit Mangelverwaltung betreiben: Zunächst wurden Fachräume zu normalen Klassenräumen erklärt, damit jede Klasse ihre Heimat hat und nicht ständig die Räume wechseln muss. Ein Teil des Unterrichts in Chemie, Physik oder die Computerkurse für die 378 Hauptschüler wurde allerdings in die Hauptschule Neucronenberger Straße verlegt. Vor jeder Doppelstunde etwa steigen die Schüler also in einen Bus und fahren nach Quettingen. Insgesamt klappe das gut, sagte die Schulleiterin. Es gehe Zeit verloren, das sei aber vertretbar. Jede Klasse müsse ein Mal pro Woche pendeln. Die Einschulungsfeier der Fünftklässler war in den Ratssaal im Verwaltungsgebäude Goetheplatz verlegt worden: "Hat auch was, wer sitzt bei seinem Einstieg schon in einem Ratssaal?", meinte die Rektorin. Geht es nach den Plänen der Stadt, soll die Dachstuhlsanierung mit den Herbstferien beendet sein. Zwei Klassenräume blieben dann nur gesperrt.
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