Opladen: Hauptschule muss Sport auslagern
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 29.10.2009Opladen (RPO). Für den Unterricht fahren die Schüler der Hauptschule Im Hederichsfeld nach Bürrig. "Weil die Halle gesperrt ist", sagt die Schulleitung. "Stimmt nicht", sagt eine Stadtsprecherin. Regierungspräsident Lindlar will sich kümmern.
Ein Thema kam zwangsläufig immer wieder auf in den Gesprächen mit Eltern, Schülern und Lehrer der Hauptschule Im Hederichsfeld. Alle nutzten Hans Peter Lindlars Besuch gestern in der Schule, um den Regierungspräsidenten auf die Probleme mit der Schulsporthalle anzusprechen. "Die ist komplett gesperrt. Momentan findet dort nur Musikunterricht statt", betonte der stellvertretende Schulleiter Holger Funke. Für den Sportunterricht werde darum in Hallen in Bürrig, Bergisch Neukirchen und Küppersteg ausgewichen. "Die Fahrten hin und zurück kosten viel Zeit von den Doppelstunden. Einzelstunden können wir gar nicht abhalten", sagt er.
"Zu schade zum Vergammeln"
Plädoyer für Schulform
Einen ganzen Vormittag Zeit nahm sich Regierungspräsident Hans Peter Lindlar für seinen Besuch in der Schule Im Hederichsfeld. Dabei brach er eine Lanze für die Schulform. "Hauptschulen haben zu Unrecht einen so schlechten Ruf. Von dem Engagement der Lehrer und Eltern könnte sich manches Gymnasium eine gehörige Scheibe abschneiden", betonte der prominente Gast gestern bei seinem Besuch in der Stadt.
Die Verantwortlichen müssen nun warten. Die Sanierung der denkmalgeschützten Halle, deren Decke Probleme bereitet, wird wohl nicht preiswert. "Wann sich da etwas tut, können wir noch nicht sagen. Aktuell läuft wohl bei der Stadt eine Prüfung", sagte Schulleiterin Natali Schoroth-Prang. Auf die Unterstützung Lindlars jedenfalls kann sie zählen. "Es wäre viel zu schade, wenn so etwas Schönes wie diese Halle einfach vergammelt. Ich kann der Stadt nicht reinreden, aber ich werde dieses Thema bei einem Gespräch mit Leverkusens neuem Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn zur Sprache bringen ", kündigte der Regierungspräsident an.
Ihm schwebt allerdings eine Nutzung des Gebäudes für Freizeit und Übermittagsbetreuung vor. Wie dann Raum für den Sportunterricht geschaffen wird, könne er nicht sagen. In dieser Frage sprang ihm allerdings Schoroth-Prang bei. Sie träumt von einer Freizeithalle auf dem Gelände der Neuen Bahnstadt, die vormittags der Hauptschule zur Verfügung gestellt wird. "Das wäre von hier keine große Entfernung", sagte sie.
Der Zustand der Halle ist bei der Stadt kein Geheimnis. Mit Verwunderung reagierte eine Sprecherin allerdings auf den Hinweis auf die Sperrung: "Von unserer Seite spricht nichts dagegen, dort weiter Sportunterricht durchzuführen. Dabei muss es sich um eine Entscheidung der Schule handeln". Zurzeit prüft ein Architektenbüro Möglichkeiten und Kosten für eine Sanierung. Bis Ende des Jahres soll ein Ergebnis vorliegen. Erst dann kann darüber entschieden werden, wann die notwendigen Arbeiten vorgenommen werden. Bei aller Not im Zusammenhang mit der Sporthalle sind Schoroth-Prang und Funke zumindest schon mal froh, dass sich der Umbau des Obergeschosses seinem Ende nähert.
Anfang der Woche konnte einer der Klassenräume wieder bezogen werden. Die übrigen und der Computerraum sollen in den kommenden Wochen wieder genutzt werden können. Für die Übergangszeit wurden Räume im Keller der Schule genutzt und für den Unterricht in den Naturwissenschaften auf die Hauptschule Neukronenberg ausgewichen.
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