Leverkusen: Hebbel: C&A-Umzug bestätigt Befürchtung
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009Leverkusen (RPO). Der geplante Umzug von C&A und Saturn in die neu errichtete ECE-Rathausgalerie hat Besorgnis darüber ausgelöst, wie es in anderen Bereichen der Fußgängerzone weitergehen soll, wo beispielsweise im City-Center neben Woolworth nun noch ein weiterer großflächiger Leerstand droht.
Vor allem der frühere Oberbürgermeister und CDU-Ratsherr Paul Hebbel übte gestern Kritik: "Wir bekommen jetzt die Quittung für die Fehler früherer Jahre", erklärte er.
Pläne "mutwillig zerschossen"
"Ich sage es ganz offen: Ich hatte damals andere Pläne, aber die sind mutwillig zerschossen worden", erinnert Hebbel, der seinerzeit nicht für den Abriss, sondern eine energetische Sanierung und Modernisierung des Rathauses plädiert hatte: "Mit rund einer Million eingesparten Euro pro Jahr durch die Beseitigung der unwirtschaftlichen Energie-Zustände hätten wir das auch finanzieren können, aber das wollte ja niemand hören." Und so sei das Projekt im Bundestagswahlkampf 2002 vor allem von der SPD bewusst politisch versenkt worden.
Jetzt fürchtet der CDU-Politiker, "dass das schmalere Ende unserer wie ein Knochen angelegten Fußgängerzone nicht mehr funktioniert".
Ähnlich äußerte sich gestern Siegfried Kuhl, Chef der Aktionsgemeinschaft Opladen (AGO). Auch er sagt: "Die seinerzeit betriebene Analyse mit dem Ergebnis, es würden durch die Neue Stadtmitte vornehmlich Kunden aus dem Umland nach Leverkusen gezogen, ist eine Farce."
Ein dauerhafter Leerstand auf den Flächen von C&A und Woolworth – das wäre auch für Frank Schönberger ein absolutes Horrorszenario. Der 1. Vorsitzende der Werbegemeinschaft City Leverkusen sieht die Zukunft zwar nicht ganz so schwarz wie Hebbel und die AGO, räumt aber ein: "Wir müssen jetzt die Ärmel aufkrempeln."
"ECE wirkt wie ein Magnet"
Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung (WFL) komme es in den nächsten Tagen und Wochen darauf an, das Gespräch mit den auswärtigen Eigentümern des City Centers zu suchen, um ein Konzept zu entwickeln, das Neuansiedlungen schnell und einfach ermöglicht. Zwei Varianten sieht Schönberger zurzeit: "Ein Weg wäre, die Woolworth- und C&A-Fläche als einen großen Komplex zu vermieten, beispielsweise an ein Möbelhaus, das das bestehende Angebot von Smidt ergänzt", führt er aus.
"Die andere Möglichkeit könnte sein, die Fläche in ganz viele Einheiten aufzusplitten." Die könnten dann wiederum an eine Reihe kleinerer Geschäfte vermietet werden – unter der Regie eines eigenen Center-Managers.
Ein Konzept, das sich zunächst einmal gut anhört, aber nicht jeden überzeugt. So verweist Hebbel beispielsweise auf die "ungeheure Anziehungskraft" von ECE: "Die Rathausgalerie wirkt wie ein Magnet auf die Geschäftswelt. Ich halte es für schwierig, dem etwas Tragfähiges entgegenzusetzen."
AGO-Chef Kuhl fürchtet künftig gar noch "mehr Kannibalismus" in der City-Geschäftswelt: "Welche Opfer in nächster Zeit noch in den großen Gartopf fallen werden, ist nur eine Frage der Namen. Dass das so kommen wird, kann jetzt niemand mehr verneinen."
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