Leverkusen: Heitmanns neue Arena
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 03.06.2008Leverkusen (RPO). Was haben die Analysten schon alles vorher gesagt, wenn es um den Lanxess-Konzern geht. Die Umbenennung der Kölnarena in Lanxess Arena hatte kein Kenner auf dem Plan: Leverkusen erobert ein Stück Kölle. Herrlich.
Die Kölnarena heißt jetzt Lanxess Arena. Diese hübsche Überraschung hatte gestern Nachmittag der Leverkusener Chemiekonzern parat. Das klingt lapidar nach Raider heißt jetzt Twix. Hat aber viel mehr Bedeutung als die Umtaufe eines Schokoriegels.
a) Für Lanxess natürlich. Weil so eine Arena, die bisher den Namen Köln in alle Welt trug, nun den Namen Lanxess ganz unschuldig hin-ausposaunt und sich jeder, der nichts mit Chemie am Hut hat, fragen wird: "Was um Himmels Willen ist eigentlich ein Lanxess?" Auf diese quälende Frage wird er im Internet eine Antwort suchen, das Unternehmen auftun, dessen Chef Herrn Heitmann kennen lernen und vielleicht ergibt sich da ja auch noch die ein oder andere Vertragsabschlussgelegenheit.
Die Ära Kölnarena
Die bald Ex-Kölnarena hat in der großen Version Platz für 20 000 Besucher, in der kleinen für 7000 Gäste. Auf ihre Halle haben die Kölner über zehn Jahre warten müssen, denn bereits in den 80er Jahren wurde das Vorhaben diskutiert, aber erst 1996 begann der Bau der Halle, der über zwei Jahre dauerte.
Könnte gut passieren in den nächsten zehn Jahren, denn so lange läuft der Vertrag, den Lanxess mit der Kölnarena Management GmbH geschlossen hat. Zu welchen Konditionen? Da hängt – wie immer das Mäntelchen des Schweigens über den sicher siebenstelligen Zahlen. Das war schon vergangene Woche so, als Lanxess seine neue Loge in der Arena vorzeigte und weder etwas über die Mietkosten noch über die gestrige Umtaufe der größten Veranstaltungshalle hierzulande verlauten ließ.
Geheimniskrämerei hin oder her: Der neueste Coup von Axel C. Heitmann bringt nur Vorteile. Nämlich:
b) Für Leverkusen. Weil wenn jetzt schon ein Leverkusener Unternehmen hergenommen wird, um einem Kölner Gebäude einen Namen zu geben, kann die Eingemeindung Kölns in die Chemiestadt nicht mehr fern sein. Das muss auch Oberbürgermeister Ernst Küchler so sehen. Er ließ auf einer Veranstaltung gestern fallen: Er sei angetan, das ein so bedeutsames Leverkusener Unternehmen der Kölnarena seinen Namen gibt. Na bitte.
(Ob Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma etwas dazu gesagt hat, ist bis Leverkusen nicht durchgedrungen.)
Jedenfalls wird es jetzt ein Ende haben, das ewige hämische Gefrotzel der Kölner darüber, dass der Vorort Leverkusen bald der Domstadt einverleibt wird. Man stelle sich nur diese Köstlichkeit vor: Ein Requisit der Metropole wird zum Wahrzeichen eines Leverkusener Weltkonzerns. Herrlich. Da möchte man direkt Mäuschen spielen in Kölner Kneipen, möchte die langen Gesichter der Nachbarn sehen, wenn ein Stück hilliges Kölle jetzt ein Stück Chemiestadt wird. Alles wird nun nach Leverkusen drängen. Hohe Straße adé. ECE, wir kommen. Um es auf den Gipfel zu treiben: Die Lanxess Arena ist doch offensichtlich die Retourkutsche dafür, dass Köln das Leverkusener Polizei-Präsidium einkassierte. Dakann man nur sagen: Herzlichen Glückwunsch, Herr Heitmann.
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