Opladen: Helma Jürns sagt tschüss
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 28.03.2009Opladen (RPO). "Ich fühle mich noch im Urlaub", sagt Helma Jürns. Aber den Arbeitsplatz, an dem sie über 30 Jahre lang tätig war, hat sie bereits für immer verlassen. Für die Pfarrsekretärin aus St. Remigius beginnt der Ruhestand. Am Sonntag wird sie in der Hl. Messe um 11 Uhr verabschiedet, anschließend gibt es einen Empfang nebenan im Remigiushaus.
Mit dem Erzbistum vernetzt
Während ihrer Dienstzeit hat sich sehr viel verändert. "Als ich 1978 anfing, wurde gerade die erste elektrische Schreibmaschine angeschafft", erinnert sie sich. Über solchen technischen Fortschritt kann man heute nur lächeln. Denn längst hat die elektronische Datenverarbeitung Einzug gehalten in das Pfarrbüro, das als kirchliche Schaltstelle nicht nur mit den Gemeinden des Pfarrverbandes, sondern auch mit dem Erzbistum in Köln vernetzt. Vor etwa 15 Jahren sei die Umstellung gekommen. "Das war natürlich erst ziemlich fremd und ich habe gedacht, dass auf der Schreibmaschine eigentlich alles viel schneller geht", sagt Helma Jürns. Angst hatte sie vor der neuen Technik allerdings nicht.
Neue Aufgaben brachten die Strukturveränderungen. Erst die Zusammenlegung mit St. Michael, dann die Neuordnung zum Pfarrverband und nochmals, als Pfarrer Heinz-Peter Teller Stadtdechant wurde. Zunächst hatte Helma Jürns eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau gemacht. Als die beiden Töchter klein waren, legte sie eine zehnjährige Familienpause ein. Aber sie konnte zu Hause Schreibarbeiten für ihren Arbeitgeber erledigen. Das brachte eine kleine zusätzliche Einnahme und sie blieb in Übung. Als Schwester Christel, die ehemalige Pastoralreferentin an St. Remigius in den Ruhestand ging, bewarb sie sich auf die Stelle im Pfarrbüro und ahnte nicht, dass sie dort bis zur Pensionierung bleiben würde. "Jeder Tag ist anders und selbst nach 30 Jahren erlebt man immer noch Sachen, die man vorher nie gemacht hat", erzählt Helma Jürns.
Freud und Leid hat sie in ihrem Büro geteilt. Denn dort ist sowohl die Anlaufstelle für Hochzeiten und Taufen, als auch für Beerdigungen. Die Terminabsprachen würden zwar heute direkt mit dem Bestatter geregelt. Aber Hinterbliebene kämen trotzdem vorbei, wenn sie Fragen oder Wünsche hätten, sagt Helma Jürns. Durch die vielen persönlichen Kontakte hätten sich auch manche Freundschaften ergeben mit Menschen, die sie ohne ihren Beruf nie kennen gelernt hätte. Jetzt hat sie Zeit, um ihren Mann, der schon ein Jahr im Ruhestand ist, im Haushalt zu entlasten und für die drei kleinen Enkelkinder.
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