Hitdorf: Hetdörp: 3gestirn kommt, Kürten geht
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 19.11.2007Hitdorf (RPO). Heiß ging es her in der Hitdorfer Stadthalle. Nicht nur die Stimmung im Saal geriet denkbar nahe an den Siedepunkt. Auch unter dem Gewand von Prinz Jupp II. brodelte es. „In den Sachen kommt man ganz schön ins Schwitzen“, bemerkte Josef „Jupp“ Landwehr, nachdem er gemeinsam mit Bauer Markus (Nesseler) und Jungfrau Franka (Frank Weidemann) von der Bühne gestiegen war und sich das Dreigestirn einer großen Schar Schulterklopfern stellte.
„Genau die richtige Wahl“
Seine Proklamation darf das Trio als Erfolg verbuchen. „Die drei sind jung und fetzig. Da haben wir genau die richtige Wahl getroffen“, freute sich Walter Gerhards, Vorsitzender der „Hetdörper Mädche un Junge“ (HMJ), die am Samstag mit eigenen (Mini-Ströppcher, Höppedröppcher) und externen Kräften (unter anderem „Die Kalauer“) stimmungsvoll in die Session starteten.
Das neue Dreigestirn sicherte sich flugs die Gunst des Stadtteils. Bei seinen drei selbstgeschriebenen Liedern ging ein jecker Ruck durch die proppenvolle Stadthalle. Dass Prinz Jupp II., wie er unumwunden einräumte, immer noch nicht der rheinischen Mundart mächtig ist, nahm ihm niemand krumm. Zumal er einen guten Tipp für alle Narren auf Lager hatte: „Einfach länger und stärker feiern“, dann erscheine die kurze Session gar nicht so kurz.
In die Freude über den gelungenen Einstand des neuen Dreigestirn mischte sich aber auch ein beträchtlicher Wermutstropfen: Carmen Kürten kündigte völlig überraschend ihren Rücktritt als Prinzenführerin an. Viele Jahre bekleidete das Gründungsmitglied dieses Amt und schlüpfte letzte Session selbst ins Prinzengewand.
„Der Entschluss dazu war bereits länger gereift“, verriet Kürten nach der Proklamation. Sie habe eine „schöne Zeit“ gehabt und bleibe HMJ-Mitglied. Aber als Prinzenführerin stehe sie ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Einerseits erklärte sie ihren Rückzug mit den großen Anstrengungen, die das Amt mit sich bringe. Allerdings ließen Form und Zeitpunkt der in keiner Weise mit dem HMJ-Vorstand abgesprochenen Entscheidung mehr vermuten, und Kürten ließ auch durchblicken, dass ihr Entschluss unter anderem auf persönliche Enttäuschungen innerhalb des Vereins zurückzuführen ist.
Wie groß die Lücke sein wird, die die scheidende Prinzenführerin hinterlässt, war am Wochenende noch nicht abzusehen. Den Vorsitzenden Gerhards traf Kürtens Entscheidung ebenfalls ohne jede Vorahnung. „Das ist schade. Aber damit müssen wir uns nun abfinden“, lautete sein Kommentar. Einen möglichen Nachfolger nannte Gerhards nicht: „Wir werden dazu in dieser Woche Gespräche führen.“
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