Hitdorf: Hitdorf wird abgedichtet
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 18.04.2009Hitdorf (RPO). Der Bau der Hochwasserschutzwand in Hitdorf tritt in die nächste Phase: Gelbe Silos und ein Spezialbagger bereichern die Szenerie. Nach dem "ersten" Spatenstich am Montag wird "Bentonit" angerührt.
Mehrere Stockwerke hoch ragen die gelben Silos an der "Nato-Rampe" in den Himmel und setzen seit dieser Woche einen wenig dezenten Farbtupfer ans Hitdorfer Rheinufer. Einige Meter weiter steht seit Donnerstag ein Seilzugbagger. Die Zeichen mehren sich, dass der Bau der Hochwasserschutzwand in die nächste Phase tritt.
Allerdings hält sich der Informationsbedarf von Anwohnern und Interessierten scheinbar in Grenzen. Vorgestern bot Ulrich van Acken seine erste Sprechstunden zum Bauprojekt an. Resultat: "Es kam keiner", berichtet der Projektleiter der städtischen Technischen Betriebe (TBL).
Minister Uhlenberg in Hitdorf
Kurzfristige Auskunft
Auskünfte rund um den Bau der Hochwasserschutzwand (zwischen Rheinstraße 118 und Ecke Fähr-/Wiesenstraße) gibt Ulrich van Acken auch außerhalb seiner Sprechstunden. Termine können mit ihm kurzfristig abgestimmt werden. Er ist telefonisch erreichbar unter 0214 406 6630.
Das wird sich wohl ändern. Denn nach Rodung der Pflanzen und Abtragen des Mutterbodens wird ab kommender Woche in Hitdorf Beton angerührt. Obwohl: Es wird vielmehr "ein Gemisch aus Wasser und Bentonit" hergestellt, erklärt van Acken, der den Bau der 900 Meter langen Schutzwand leitet. Aber zunächst einmal wird der Bagger den 60 Zentimeter breiten und bis zu 30 Meter tiefen Schlitz für die unterirdische Wand ausheben.
Am Montag soll der erste offizielle Spatenstich erfolgen. Dazu hat sich auch NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg angesagt, der vor einem Jahr den Förderbescheid des Landes für das Zehn-Millionen-Euro-Projekt überbracht hat.
Parallel zur Arbeit des Baggers rund um die Silos wird das Gießen der Bentonit-Wand vorbereitet. "Bentonit ist ein Tonmineral. Es wird mit Wasser vermischt und in den Schlitz gegossen. Dort härtet es – wenn man es ruhen lässt – aus", erläutert van Acken. Wegen dieser Eigenschaft und seiner Wasserundurchlässigkeit eigne es sich hervorragend für den Hochwasserschutz. Bis zu 17 000 Kubikmeter Wasser werden für den Bau der Wand benötigt. Das kommt aus Brunnen der Bayer AG, wozu eigens eine Leitung von den Silos in Richtung Rheindorf gelegt wurde.
Rund fünf Monate soll der Bau der unterirdischen Schutzwand dauern, der mit Einschränkungen für den Verkehr verbunden ist. Sperrungen im Bereich Fährstraße/ Wiesenstraße wurden bereits errichtet. Zudem wurde die Zufahrt zur Rheinfähre verändert und der Weg zur Nato-Rampe als Baustraße eingerichtet.
Sprechstunde: jeden Donnerstag
Wie es am Rheinufer weitergeht, das verrät van Acken übrigens jeden Donnerstag zwischen 16 und 17 Uhr allen Interessierten im Baucontainer am Yachthafen. Da lässt er sich dann zum Beispiel löchern über das geheimnisvolle Kabel, das die Arbeiter im März im Boden entdeckten und zunächst keinem Besitzer zuordnen konnten.
Inzwischen ist klar: "Es überträgt Pegeldaten des Rheins an das Pumpwerk an der Langenfelder Straße", verrät van Acken. Und das Kabel gehört – den Technischen Betrieben Leverkusen.
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