Leverkusen: Höhere Gebühren im Kulturbereich
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 16.11.2006Leverkusen (RPO). Alles wird teurer, auch die Stadt legt bei Eintritten und Gebühren im Kulturbereich nach. In der Musikschule erhöht sich die Jahresgrundgebühr von 25,80 auf 55,20 Euro. Von dieser Gebühr, die alle Instrumentalschüler zahlen müssen, werden Angebote wie Ensemble-, Orchester-, Chor- und Bandunterricht sowie Unterricht in Ergänzungsfächern refinanziert. Diese Angebote nutzen mehr als 900 von 1400 Instrumentalschülern. Ein Antrag der Grünen, über eine alternative Finanzierung nachzudenken, die arme Familien ganz oder teilweise entlastet, wurde mehrheitlich abgelehnt. Auch die Miete für die Nutzung des Gartensaales in den Vorburgen von Schloss Morsbroich wird teurer.
Dem stimmte der Betriebsausschuss KSL ebenso zu wie der Erhöhung bei Museumsentgelten. Fünf statt drei Euro zahlen Erwachsene künftig pro Besuch, ermäßigte Eintritte wurden von zwei auf 3,50 Euro angehoben. Billiger werden nur die Jahreskarten, die statt 20 künftig 17,50 Euro kosten. An diesem Punkt entzündete sich im Ausschuss ein Wortwechsel, der sich schließlich zu einer schlechten Provinzposse ausweitete. „Wieso Verbilligung“, fragte Bernhard Marewski (CDU) nach und bekam sofort die Begründung. Es gibt – seit der Ära Finckh – nur noch vier Ausstellungen pro Jahr, während es früher einmal acht waren. Bei vier mal fünf Euro gleich 20 Euro wäre die Jahreskarte kaum attraktiv. Darüber hätten die Bürgervertreter informiert werden müssen, kritisierte Ellen Tolle (SPD) das Papier der Verwaltung. Allerdings ist jede Programmplanung des Museums vom Ausschuss zur Kenntnis genommen und abgesegnet worden. Man hätte in den letzten sechs Jahren nur mal nachzählen müssen.
Dafür gingen die Bürgervertreter während der Sitzung ans Erbsen zählen. Denn neu stehen nun Mal- und Zeichenworkshops in der Liste, für die eine Gebühr von 26,50 Euro verlangt wird. Und die weckten besonderen Argwohn, obwohl Museumsleiter Dr. Markus Heinzelmann versicherte, dass diese Angebote für sein Haus kostenneutral seien, durchgeführt von externen Kräften in der Museumspädagogik. Doch da war bereits Misstrauen gesät. Man wollte genau wissen, wie lange jeder Kursus dauert, ob es eine Mindestteilnehmerzahl gebe und wie hoch das Honorar der Künstlerin. Da platze dem Vorsitzenden Klaus Wolf irgendwann der Kragen und er mahnte die misstrauischen Kollegen zur Vernunft. Im Museum werde doch ein sehr schmales und braves Programm angeboten. Da sei doch wohl jede Maßnahme, die irgendwie Interesse für die laufenden Ausstellungen wecke, nur zu begrüßen.
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