Leverkusen: Höhner unter der Zirkuskuppel
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 02.02.2011Leverkusen (RPO). Die Höhner Rockin' Roncalli Show gastiert zum ersten Mal in Leverkusen. In der Manege agiert die Band nicht als nur als Kapelle. Die Herren um Frontmann Henning Krautmacher werden etwa zu na jedenfalls mutigen Zirkushelden.
Gut, wenn jetzt mal so ein Seelöwe krank würde, da könnte Henning Krautmacher prima einspringen – wegen des unglaublich schnauzigen Schnauzbarts. Aber generell macht ihn das Oberlippenkleid freilich zu einem – dem Zirkusdirektor. Und genau als der tritt der Leverkusen-Export in seiner Heimatstadt auf: bei Höhner Rockin' Roncalli.
Die Show gastiert im Mai/Juni für neun Tage an der Schusterinsel. Es ist eine Premiere im doppelten Sinne, wie Rockin'-Roncalli-Pressesprecher Tom Merz sagt. Denn weder der Roncalli-Zirkus noch die Höhner Rockin' Roncalli Show waren bisher in der Stadt zu sehen. Zuvor rockten die Höhner hier alleine, wenn etwa Organisator Werner Nolden sie zum Auftritt auf seiner Bierbörse einlud.
Nostalgie und Englisch
Jetzt kommt hinter den sechs Musikern die komplette Zirkusentourage. "Zehn Tage vor Beginn der Show bringt ein Sonderzug die nostalgischen Zirkuswagen, einige davon, zum Beispiel der Büro- und der Fassadenwagen, sind über 100 Jahre alt", erzählt Merz. 100 ist auch die Zahl der Mitarbeiter, die die nötige Infrastruktur und die Show auf die Beine stellen, dazu kommen Künstler aus 15 Nationen. Da ist nicht jeder des Deutschen und schon gar nicht d'r kölschen Sproch mächtig, die Höhner müssen mit den Artisten-Kollegen Englisch sprechen.
"Viva Colonia" in den USA ein Hit
Henning Krautmacher vielleicht noch mehr als die Bandkollegen, denn er hat sich vorgenommen, "dieses Mal auch in einem Wohnwagen zu übernachten", verrät Merz. Ob er's tatsächlich tut? Abwarten. Erfahrung im Zirkusalltag hätte er. Die Höhner Rockin' Roncalli Show gibt es seit elf Jahren – eine Idee vom echten, ebenso schnauzbärtigen Zirkusdirektor Bernhard Paul. Er hatte eines Tages zu der Band gesagt: "Mensch, wir müssen doch mal was zusammen machen." Zehn Jahre später war es soweit. Pilotversuch in Köln. Das Publikum war hin und weg.
Seitdem gastiert Höhner Rockin' Roncalli in den Karnevalshochburgen des Rheinlandes – und in diesem Jahr außer in Leverkusen noch zu den Hessentagen in Oberursel.
In den elf Jahren Höhner Rockin' Roncalli sei das Programm gewachsen, "man weiß, was ankommt", das Grundkonzept ist das Gleiche geblieben, das Motto hat gewechselt. Für Leverkusen heißt es "Salto Globale" – teils hochdekorierte Künstler aus 15 Nationen eben.
Mittendrin die Höhner, die nicht als musikalische Hintergrunddekoration dienen, sondern ins Programm verwoben sind. Mit ihren Liedern – "da werden auch Lieder von vor 20 Jahren wiederbelebt, die gut in die Show oder zu einer Nummer passen. Das ist das Außergewöhnliche im Vergleich zum normalen Zirkus, dass die Künstler nicht ihre Musik mitbringen, sondern dass Höhner-Lieder dazu ausgewählt werden", sagt Merz: "Teilweise behalten Artisten die Höhner-Lieder zu ihren Nummern. In den USA treten Hochseilartisten, die bei Rockin' Roncalli dabei waren, mit ,Viva Colonia' auf. Die Amerikaner verstehen den Text gar nicht, aber die Musik geht in den Bauch. Die Stimmung war da. Das ist ein Zeichen, dass die Musik rüberkommt. Auch bei den Artisten."
Die Höhner sind auch mit ihren Körpern im Einsatz. Jens Streifling, das jüngste "Hohn", ließ sich etwa schon aufs Todesrad ein, Peter Werner gab sich einer Clownerie hin. Und Henning Krautmacher?
Der dirigiert das Ganze als Zirkusdirektor. Es sei denn, die Seelöwen
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