Leverkusen: Italienisch-Einführung als Chance für Hauptschule
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010Leverkusen (RPO). QUETTINGEN Für Marcella Dorn, die Vorsitzende des italienischen Familienvereins erfüllt sich an der Hauptschule Neukronenberg ein lang gehegter Traum. Italienisch wird dort ab dem nächsten Schuljahr als offizielles Unterrichtsfach und zweite Fremdsprache eingeführt. Schon vor zehn Jahren hat die italienischstämmige Lehrerin, die drei Generationen im zusätzlichen muttersprachlichen Unterricht betreute, eine Schule gesucht, die Italienisch zum Unterrichtsfach macht. Sie wolle in Quettingen gerne beratend helfen, versprach sie bei der Auftaktveranstaltung zur Neuerung, die in der Hauptschule als "Italienischer Abend" gestaltet war. Wenn man dabei spontan an rot-grün-weiße Dekoration, Musik, Tanz und Essen denkt, liegt man genau richtig. Denn das alles gab es als Garnierung zu sachlichen Informationen rund um das neue Angebot.
Schulleiterin Petra Lebens wies darauf hin, dass die Schule nun einen dritten erklärten Schwerpunkt hat. Neben Berufsorientierung und individueller Förderung komme nun die zweite Fremdsprache hinzu. Von einem "Alleinstellungsmerkmal" sprach Klaus Hupperth (CDU), der als Mitglied des Schulausschusses zu dieser Entscheidung gratulierte. Nach den Unruhen und Diskussionen, die es in der Vergangenheit um die mögliche Schließung der Hauptschule Neucronenberg gegeben habe, sei dies eine großartige Chance, sie dauerhaft als wertvolle Einrichtung im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu halten.
Gratulationen gab es auch von Jannis Goudoulakis als Vorsitzendem des Integrationsrates und dem Leiter der Schulabteilung des Italienischen Konsulats, Dr. Alfredo Lapini. Der Deutsch-Italienische Club Leverkusen verspricht Hilfe bei der Durchführung eines Schüleraustauschs mit Süditalien.
Rita Marcon-Grothausmann stellte das Schulbuch "Ragazzi andiamo" vor, das sie als Mitautorin für die Stufe sechs entwickelt hat. Sie unterrichtet an einer Realschule in Bochum, die vor drei Jahren Italienisch als zweite Fremdsprache einführte. Im Vorfeld stellte man fest, dass es noch kein geeignetes Lehrbuch für Elfjährige auf dem Markt gibt, also schrieb man es selbst und orientierte sich dabei am eingeführten Französischbuch.
Das Buch samt Übungsheft ist so angelegt, wie man sich den Ansatz in der Hauptschule vorstellt. Es soll nämlich nicht um reines Vokabel- und Grammatikpauken gehen, betont Lehrerin Carola Becker. Es gehe auch darum, Beziehungen und Austausch zu pflegen, Interesse an einer anderen Kultur zu wecken. Schüler, die Italienisch bis zur zehnten Klasse beibehalten, haben es leichter, wenn sie anschließend das Abitur etwa an einem Gymnasium anstreben wollen. Es wird ihnen als zweite Fremdsprache angerechnet.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






