Leverkusen: "Jetzt jeht's los": Calli auf ECE-Werbetour
VON LUDMILLA HAUSER - zuletzt aktualisiert: 20.01.2010Leverkusen (RPO). "Wat hasse denn für ein Driss-Wetter bestellt?", ranzt das Model den Chef der Werbeagentur TasteOne Communications, Axel Kaechele, an, als es vor dem ECE-Center ankommt und sich kein Sonnenstrahl durch die Wolken zu stehlen wagt.
Bös' gemeint ist das nicht, nur die Callmundsche Art, den "emotionalen Touch" herbeizuzaubern. Über den Touch wird Model Calli später noch philosophieren. Zunächst rückt ihm seine Frau Sylvia die Hosenträger zurecht und flüstert an seinem Schlipse ziehend: "Reiner, deine Krawatte ist ein bisschen kurz". Er tut's ab: "Sylvia, jetzt lass doch die Krawatte."
Calli ist Profi und hat für Profanes keine Zeit. Der Ex-Bayer-04-Manager zieht seine Kapuzen-Jacke aus, hakt sich bei seiner Sylvia unter und nimmt Anweisungen des Werbefotografen entgegen. Die Krawatte bleibt so kurz wie sie ist.
Schaumbad in der Menschentraube
Reiner Calmund ist die Werbefigur, mit der ECE wirbt. TasteOne hatte den Auftrag für die Kampagne bekommen und Calli ins Boot geholt. Der soll bald von Plakaten und Anzeigen und in Radiospots das breite Publikum locken.
Calli lockt erstmal sich, seine Sylvia und den Fotografen aus der Reserve. "Jetzt jeht's los", "Jetzt' jeht et ab hier", posaunt er in bester Motivationstrainer-Manier. Sieben, acht, neun Mal die gleiche Einstellung. "Nochmal?", fragt Calli. "So oft geh' ich ja gar nicht rein in den Landen, wie hier fotografiert wird." Der Fotograf legt eine Pause ein. Calli verschwendet keine Sekunde Werbezeit: Er grüßt, lächelt für die Zaungäste, die Handys für ein Foto vom Ex-Bayer-04-Manager zücken, nimmt eine Passantin in den Arm. Calmund badet im Rummel wie andere in einem Schaumbad, zeigt, was der emotionale Touch ist.
Für alle, die diese Herzlichkeit nicht zu deuten wissen, wasserfallt er los: "Es kommt nicht allein auf den Shoppingtempel an, sondern auf die Mitarbeiter. Die müssen happy sein, dass sie hier arbeiten und das den Kunden zeigen. De Leute aus Leverkusen und der Umgebung müssen wissen: Ich muss nicht nach Köln fahren, ich wohne nicht in der Diaspora, denn hier vor der Haustür brummt der Bär. Hier gibt's tolle Geschäfte, Bars, Restaurants, hier krieg ich meinen Espresso, und die Frauen können sich die Sohlen abrennen beim Shopping. Die Kaufkraft ist da. Der emotionale Touch muss jetzt kommen, dann läuft der Laden der ist ja ein Strukturdenkmal Ich shoppe ganz gerne. Ich kaufe in der Elefantenabteilung oft mit meinen fünf Kindern und drei Enkeln "
Sylvia sagt nichts, sie lächelt. Während Calli mit einem Bauarbeiter posiert, verrät sie: "Mein Mann sagt immer, er ist der Boss, aber es wird gemacht, was ich sage." Wenn dem so ist, wird Calli öfter der Rathaus-Galerie den emotionalen Touch verleihen. Denn Sylvia geht gerne, sehr gerne zum Shopping.
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