Leverkusen: Joggen, Reiten, Fahrrad fahren
VON MARION MEYER - zuletzt aktualisiert: 26.08.2010Leverkusen (RPO). Im Reuschenberger Busch gehen alle – meist friedlich – ihren Freizeitbeschäftigungen nach. Zahlreiche Wege durchziehen den Grüngürtel um den Friedhof. Früher gab es hier sogar mal ein Rittergut.
Zwischen Bahnlinie und Autobahn, zwischen Tierheim und Wildpark, zwischen Sportanlage und Reiterhof – da liegt der Reuschenberger Busch. Wie die Verortung schon nahe legt: Hier ist viel los. Ruhe und Kontemplation findet man in diesem Wald wohl eher nicht, dafür aber ein gut zu erreichendes und trotz allem Auto- und Zuglärm ganz idyllisches Fleckchen für den kleinen Naturkick für Zwischendurch.
Eigentlich war dies mal ein richtiger Wald. Heute besteht der Reuschenberger Busch eher aus einem Grüngürtel um den Reuschenberger Friedhof herum. Die Runde lässt sich zu Fuß gut in einer Stunde bewältigen. Aber allein ist man hier eher selten. Hier wird geritten, Fahrrad gefahren und gejoggt, als müssten die Sportler ebenfalls dabei Strom erzeugen wie die alte Reuschenberger Mühle, die durch den Mühlengraben, der das Wupperwasser an den Turbinen vorbei schleust, immerhin 1,6 Millionen Kilowattstunden im Jahr ins Netz einspeist. Der Weg entlang am (abgezäunten) Mühlengraben ist wahrscheinlich der idyllischste Teil des Wäldchens.
Reuschenberger Busch
Der Reuschenberger Busch liegt am Sportplatz Birkenberg. Dort kann man gut Parken wie auch am Wildpark Reuschenberg, der bei freiem Eintritt 64 heimische Tierarten präsentiert. Bis 1968 gab es im Reuschenberger Busch noch Schloss Reuschenberg, ein ehemaliges Rittergut aus dem 13. Jahrhundert, das baufällig war und abgerissen wurde. Eine Tafel in der Nähe des Reiterhofs Reuschenberg erinnert daran.
Das sogenannte Wupperveilchen
Hier blüht zurzeit jede Menge chinesisches Springkraut. "Die Leute nennen es Wupperveilchen", sagt Förster Karl Zimmermann schmunzelnd. Er ist zuständig für diesen Wald. Doch außer nach einem Sturm muss er hier nicht so häufig kontrollieren. In diesem Wald kommt es nicht auf die Wirtschaftlichkeit durch Holzverkauf an. Dabei wächst hier durchaus edles Gehölz. Wie etwa zahlreiche Esskastanien, die man wegen ihres robusten Holzes gerne statt Tropenholz etwa für Parkbänke verwendet. Im Herbst sind hier fleißige Sammler unterwegs, die die Kastanien kulinarisch schätzen. In Zeiten des Klimawandels ist der genügsame Baum aus Südeuropa auch bei uns bestens aufgehoben. Manche Bäume weisen Zahlen an ihren Stämmen auf: Sie werden als einzige in ganz Leverkusen einmal im Jahr begutachtet für den bundesweiten Waldschadensbericht.
Zahlreiche Reitwege kreuzen die Wanderwege. Manchmal kommt es zu Ärger, weil die Reiter sich nicht an ihre Strecken halten, doch der Stadt fehlt das Personal, um zu kontrollieren. "Wenn wir jemanden erwischen, werden 25 Euro fällig", sagt der Förster. Ansonsten geht es friedlich zu im Wald. Selbst bei den illegal gebauten Sprungschanzen für Mountainbikes drückt der Förster ein Auge zu: "Hier gibt es kaum Wild, das gestört werden würde." Immerhin residiert im Reuschenberger Busch eine große Population von Siebenschläfern, aber die sind sowieso nachtaktiv.
Leverkusens größter Friedhof
Viele Hundefreunde nutzen den Wald für ihre Gassirunde. Auch Tierfreunde, die ehrenamtlich Vierbeiner des Tierheimes ausführen, trifft man hier an. Nur über den Friedhof dürfen sie nicht gehen. Die gepflegte Ruhestätte mitten im Wald ist eine der größten in Leverkusen. Harmonisch fügen sich die Gräber zwischen die Bäume und Büsche ein. Im späten Frühjahr kann man hier die Rhododendronblüte bewundern. Und Platz für Neuzugänge gibt es offenbar auch noch reichlich.
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