Leverkusen: Jubelstürme für Playback-Show
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 09.02.2009Leverkusen (RPO). Der Närrische Familienverband braucht keine hochbezahlten Stars. Er gestaltete in der Stadthalle sein Programm wieder mit eigenen Kräften – und das mit viel Erfolg.
Bergisch neukirchen Brings, Bläck Fööss, Höhner oder Bernd Stelter? Diese Größen des kölschen Fasteleers konnte der Närrische Familienverband bei seinem "Närrischen Treiben" in der Neukirchener Stadthalle naturgemäß nicht bieten. Doch das wollten die bunt kostümierten Jecken auch überhaupt nicht sehen. Vielmehr fieberten sie einem Programmpunkt entgegen, den es auf keiner anderen Veranstaltung zu sehen gibt: den Playback-Eigenauftritt des Närrischen Familienverbandes.
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"Herrlich, so muss der Fasteleer sein. Schade, dass man diese Nummer nicht buchen kann", schwärmte Andreas Stilck. Ganz objektiv konnte der Vorsitzende der KG Wiesdorfer Rheinkadetten sicher nicht sein, da seine Eltern zum 17-köpfigen Ensemble beim Eigenauftritt gehörten. Doch ähnlich begeistert wie er war offensichtlich auch der Rest des Publikums. Sie feierten die Playback-Gruppe, die sich mit ihrer Show "Deutsche Welle – alt und neu" viel Mühe gegeben hat. Sechs Trainingstreffen und eine Generalprobe waren nötig, ehe der Programmpunkt einstudiert war.
Das Programm
Auf Wunsch vieler Gäste, die mehr tanzen wollten, wurde der Gruppe "Sülztal Express" mehr Zeit gegeben. Zu Gast hatte die Närrische Kolpingsfamilie zudem Prinz Ralf I., das Hitdorfer Dreigestirn, die Can-Can-Tänzerinnen des VfL-Balletts aus Engelskirchen und Tanzcorps der Rheinkadetten und Neustadtfunken.
Als Lohn für diese Arbeit gab es Jubel, Applaus und lautstark mitsingende Zuschauer. Höhepunkte des Programms waren die Schwestern Doris Faust und Renate Bartz als "Wildecker Herzbuben" mit ausgestopften Bäuchen zum Song "Herzilein", Präsident Dieter Zmarzly als Katja Ebstein ("Theater Theater") und Frontmann der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung" ("Märchenprinz") sowie Uwe Winkler als Udo Lindenberg ("Sonderzug nach Pankow"). Er gab – als größtes Mitglied der KG – gemeinsam mit Heidi Haßelkus (kleinstes Mitglied) zu den Klängen von Trude Herrs "Ich will keine Schokolade" das wohl schrägste Gespann der Show ab.
Viel Arbeit hatte die Jury, die aus einer Vielzahl origineller Kostüme Preisträger bestimmen sollte. Klare Nummer 1 bei den Gruppen waren die Möhren-Damen mit ihren dazugehörigen Karnickel-Partnern um Uschi und Jürgen Wickemeyer, die auch für die Musikauswahl beim Eigenauftritt verantwortlich zeichneten. Platz zwei in dieser Sparte belegten mehrere Clowns. Bei den Paaren mussten sich Horst und Christine Richerzhagen als Popeye und Olivia knapp Kaiser Nero nebst Gattin geschlagen werden.
Bei der Kürung der besten Einzelkostüme des Abends setzte sich in der Damenwertung ein Känguruh gegen Pippi Langstrumpf und eine Japanerin durch. Bei den Herren landete ein Schotte vorn, knapp gefolgt von einem Pater und einem Matrosen.
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