Hitdorf: Kahlschlag in Hitdorf
VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 19.02.2009Hitdorf (RPO). Am Rheinufer waren zwei Rodungs-Trupps am Werk: Einer schlug die Schneise für die Hochwasserwand.
Der zweite machte sich über Gebüsche bis hinter Mazda her und entdeckte Unmengen Müll.Einige Hitdorfer werden es beim Spazieren- oder Gassigehen bemerkt haben: Da machten sich zuletzt entlang der Wiesenstraße gleich zwei Trupps des Job-Service Leverkusen (JSL) zeitlich parallel, aber trotzdem unabhängig voneinander über die Vegetation her. Die eine Gruppe ebnete den Weg für die Arbeiten an der Hochwasserschutzwand, die andere (meist 15- bis 20-köpfige) Gruppe reduzierte die bislang üppigen Brombeerbestände zwischen der Straße Am Werth und Mazda – also deutlich außerhalb des Bereichs der künftig Schutzwand – auf ein Mini-Maß .
Zwei hohle Weiden gefällt
Stachlige Rose
Die Brombeere (lateinischer Name: Rubus fruticosus) gehört zu den Rosengewächse und verfügt somit aus botanischer Sicht – anders als im Volksmund verankert – über Stacheln. Über Dornen – wiederum aus botanischer Sicht – verfügen: Kakteen.
Angeordnet wurde der Kampf gegen die stachligen Gewächse, sonstige Sträucher und kleine Bäume vom Fachbereich Umwelt. Der starke Wuchs der Brombeeren habe das Zurückschneiden in dem Landschaftsschutzgebiet erforderlich gemacht, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Dabei sei festgestellt worden, dass zwei Weiden innen hohl gewesen seien: Die Stadt sah sich gezwungen, ihrer Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Also wurde das Weiden-Duo gefällt – und das hat bereits die Grünen auf den Plan gerufen. Sie fragen nach Ersatzpflanzungen, den Kosten für die Rodungs- und Fällaktion, und ob "der zuständigen Verwaltung die ökologische Werthaltigkeit gerade von Brombeergebüschen bekannt" ist.
Im Alltag scheinen die Gewächse entlang des Rheins aber nicht nur viele Tiere, sondern auch zahlreiche bequeme Gärtner der Gegend angelockt zu haben. Denn vor allem fand der JSL-Trupp inmitten des Gestrüpps – neben reichlich "normalem" Müll – Unmengen an leichtfertig entsorgten Gartenabfällen vor. Einer der Arbeiter verriet, dass es auch Beschwerden von Anwohnern gegeben haben soll. Die Grünen legen der Verwaltung daher nahe, die Anlieger auf die Existenz eines Hitdorfer Grünschnittcontainers hinzuweisen, um die illegale Entsorgung künftig zumindest einzuschränken. Bislang gab es von der Verwaltung aber noch keine Stellungnahme zum "Fragenkatalog" der Grünen.
Die Kräfte vom Job-Service sind inzwischen am Ende ihres Aufgabengebiets angekommen. Pro Tag rodeten sie sich zwischen 20 und 30 Meter durch die Dornenhecke. Außer Abfall und Grünschnitt entdeckten sie dabei allerdings nichts außergewöhnliches. Kein Schatz! Keine Ölquelle! "Ansonsten", meinte einer der Arbeiter schmunzelnd, "wären wir wohl kaum noch hier".
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