Leverkusen: Karnevalsfrei: Personalratschef stützt Buchhorn
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 17.02.2010Leverkusen (RPO). Im Streit um die vier Stunden Freizeit, die Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn Bediensteten der Stadtverwaltung an Altweiber spendiert hat, bekommt der Verwaltungschef jetzt Unterstützung von der Belegschaftsvertretung.
Personalratschef Friedhelm Schmitz erklärte gestern, er begrüße die Aktion Buchhorns und halte sie für angemessen. Für die harte Kritik, die Bürgerlisten-Fraktionschef Erhard Schoofs an der Aktion äußerte, hat Schmitz indes kein Verständnis.
Am Tag vor Weiberfastnacht hatte der Oberbürgermeister eine Mail versandt, indem er allen Stadtmitarbeitern, die zum Rathaussturm wollten, vier Stunden freigab. Die Bürgerliste hatte das hart kritisiert und unter anderem argumentiert, dies sei eine "freiwillige Ausgabe", die die (verschuldete) Stadt unnötig Geld koste.
Genau diesen Zusammenhang bezweifelt der Personalratschef. "Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten macht das überhaupt keinen Unterschied", sagt Schmitz. Das Bürgerbüro etwa sei sowohl an Weiberfastnacht als auch Rosenmontag geöffnet geblieben, obwohl an Publikumsverkehr "absolut tote Hose" gewesen sei: "Die Zahl von 500 000 Euro Einsparvolumen, die das Kienbaum-Gutachten seinerzeit für die Streichung der Brauchtumstage errechnet hat, stimmen vorne und hinten nicht."
Vor allem der Vergleich mit der Sparkasse, der gezogen worden sei, hinke: "Die Bank hat Wettbewerber, die bei Schließung profitieren, wir nicht." Die Belohnungsaktion Buchhorns sei gut gewesen und werde von vielen in der Verwaltung begrüßt.
Deutlich kritischer äußerten sich gestern zahlreiche Leser in Leserbriefen. Mehrere betonten, andere Arbeitnehmer leisteten auch gute Arbeit und müssten sich frei nehmen, wenn sie feiern wollten.
Schmitz glaubt jedoch, dass der Pulverdampf bald verraucht sein wird: "Die Leverkusener Politik", sagt er, "hat wichtigere Probleme als vier Stunden Karnevalsfrei."
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