Leverkusen: Keine Lösung für Fußballärger
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 03.10.2009Leverkusen (RPO). Samstag rollt auf die Anwohner rund um das Fußballstadion BayArena wieder eine Autowelle zu. Die Stadt versucht mit verfeinertem Verkehrskonzept, die Lage in den Griff zu bekommen. Die Politik sieht keine schnellen Lösungen.
Sperrungen
Die Bismarckstraße vor dem Fußball-Stadion wird heute ab etwa 13 Uhr zwischen Calevornia/Am Stadtpark und Kreisverkehr Robert-Blum-Straße gesperrt. Anwohner mit Sondergenehmigung und Linien- sowie Pendelbusse dürfen durch. Die Straße bleibt nach dem Spiel eine Stunde zu.
Zugeparkte Straßen, blockierte Siedlungen, Fußballfans ohne Ende, erboste Anwohner, städtische Ordner im Dauereinsatz, Knöllchen, Abschleppwagen – Stichworte, die die Nebeneffekte des schönen Fußballsports markieren. Gibt es Lösungen, die alle Seiten – die Nachbarn des Stadions und die Fußballfans – einigermaßen zufriedenstellen? Wissen die Politiker einen Rat?
"Das Ei des Kolumbus für die Probleme gibt es nicht", bestätigt CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Hupperth. Das Stadion stehe falsch, was sich logischerweise kaum ändern ließe. Die Stadt müsse ein System erfinden, bei dem die Anwohner möglichst wenig belästigt werden, sagte Hupperth im Telefonat mit unserer Zeitung. Der Politiker wünschte sich allerdings, dass die städtischen Ordner an den Straßensperren flexibler reagierten und die Verkehrskontrolleure manchmal ein Auge zudrückten.
Das Stadion steht falsch
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold will den städtischen Verkehrsplanern noch Zeit geben, das richtige System im Umgang mit den bis zu 30 000 Fußballbesuchern zu finden und auszuprobieren. Trotz der Probleme müsse niemand "sofort in Aktionismus verfallen", sagte Arnold gestern im RP-Gespräch: "Für einen Nachmittag oder für drei Stunden kann man als Anwohner eine solche Situation auch mal ertragen."
Den Bau einer Entlastungsstraße zwischen Stadion und Bundesstraße 8 lehnt die Grüne kategorisch ab. Für die etwa 20 Fußballspiele in der BayArena sei eine Querspange im Bereich Neuenhof nicht vertretbar. Das sehen auch Thomas Wolf (OWG-UWG) und Dr. Walter Mende (SPD) so. Wolf: Bei der städtischen Kassenlage sei ein Bau der "Fußballstraße" (zwei Mio Euro) nicht drin: "Es sei denn, Bayer bezahlt."
SPD-Fraktionschef Mende sieht in der Fußballstraße keine Lösung: "Das ändert das Grundproblem des Parkdrucks nicht!" Der Bayer 04-Fußballfan geht andere Wege: "In Leverkusen nutze ich den Sonderbus und bin ruckzuck am Stadion. Besser geht es nicht." Wer das nicht wolle, könne auf den ausgezeichneten Bus-Pendeldienst ab Parkplatz S-Bahn "Bayerwerk" setzen. "Der fährt den Fan in zehn Minuten bis ans Stadion." In anderen Fußballstädten müsse der Fan auch mal "fünf Kilometer" bis zur Arena laufen. Bayer 04 solle noch stärker für den Pendelbus werben, insbesondere bei auswärtigen Fans, die üblicherweise Parkplätze nahe am Stadion suchten, rät Mende.
Noch mehr Großveranstaltungen
Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser schrieb mit Blick auf die Probleme an eine Anwohnerin. "Sie haben mein volles Verständnis, wenn Sie sich über die infrastrukturelle Situation rund um unsere Heimspiele ärgern." Danach folgt eine harsche Kritik an der Stadt Leverkusen.
Bayer kündigte jetzt an, dass in der BayArena auch kulturelle Großveranstaltungen laufen sollen.
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