Opladen: Kirchen kritisieren Weihnachtsmarkt
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 18.11.2009Opladen (RPO). Karussells, Glühwein-Buden, Advents-Deko: Ab Donnerstag klingeln auf dem Opladener Weihnachtsmarkt "Bergisches Dorf" und dem Christkindchenmarkt Wiesdorf die Kassen. Den Kirchen ist das zu früh: Sie kritisieren die Zeitplanung.
Die Lichterketten sind montiert, die Weihnachtspyramide aufgebaut: Wenn Bezirksvorsteher Rainer Schiefer morgen um 17 Uhr den Opladener Weihnachtsmarkt "Bergisches Dorf" mit der großen Luftballonaktion eröffnet, werden unabhängig vom Wetter wieder mehrere hundert Besucher mitfeiern.
Die Veranstalter versprechen ein buntes Programm mit vielen vorweihnachtlichen Höhepunkten – weisen vorsorglich aber schon einmal darauf hin, dass der Markt am Totensonntag, 22. November, erst um 18 Uhr öffnen wird.
Genau das ist den Kirchen jedoch ein Dorn im Auge. "Viel zu früh" öffneten "Bergisches Dorf" und Christkindchenmarkt Wiesdorf, kritisieren sie. Wenigstens den Totensonntag solle man abwarten. "Es ist ja nicht so, dass wir Spielverderber sein wollen", sagt Patricia Jungnickel, Pressereferentin beim Erzbistum Köln.
Öffnungszeiten
Der Opladener Weihnachtsmarkt ist geöffnet von Donnerstag, 19. November, bis Mittwoch, 23.Dezember, täglich 10.30 – 19.30 Uhr (sonntags ab 12 Uhr, Totensonntag, 22. November, ab 18 Uhr); Ausschank bis 21 Uhr.
Aber es passe einfach nicht, den Advent quasi vorzuverlegen. "Der innere Rhythmus des Kirchenjahres hat eine wichtige Bedeutung", argumentiert Jungnickel. "Es endet mit dem Totensonntag, an dem sich die Menschen ihre Vergänglichkeit bewusst machen." Erst wenn diese innere Einkehr stattgefunden habe, mache die Vorbereitung auf Christi Geburt Sinn. Alles miteinander zu vermischen, weil man nicht mehr warten wolle, "macht die Vorfreude kaputt".
"Der Markt ist für alle gedacht"
Abdu Medaissi ist Organisator des Opladener Weihnachtsmarkts. Er hat Verständnis für die Bedenken der Kirchen, hält aber dagegen: "Wir veranstalten das ,Bergische Dorf' ja nicht nur für Christen, sondern für alle Menschen, ganz gleich welchen Glaubens." Und da habe sich in der Vergangenheit einfach gezeigt, dass viele diesen frühen Termin wollten.
"Die Leute schätzen es, weil sie dann noch nicht im adventlichen Einkaufsstress sind und mit mehr Ruhe an den Buden entlangschlendern können", betont Medaissi. Außerdem müsse er ja auch an die Händler denken: "Und für die ist jeder zusätzliche Tag wichtig."
Das sieht auch Siegfried Kuhl, Chef der Aktionsgemeinschaft Opladen, so. Er ergänzt: "Wir respektieren die christliche Tradition. Wenn wir Totensonntag ab 18 Uhr noch einmal für ein paar Stunden öffnen, spielen wir keine Musik." Auch viele Christen genössen es, am Ende dieses Tages noch einmal in Ruhe über den Markt zu gehen. Außerdem habe man die Weihnachtsbeleuchtung diesmal deutlich später installiert als in früheren Jahren. "Wir nehmen die Kirchen sehr ernst", versichert Kuhl.
Werben mit christlicher Symbolik
Die halten dennoch an ihren Bedenken fest. "Ich finde, wenn solche Märkte mit christlicher Symbolik arbeiten und werben, sollten sie sich auch an christlicher Tradition orientieren", sagt Bernd-Ekkehart Scholten. Der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinden Küppersteg und Bürrig argumentiert: "Das Leben braucht Strukturen. Die werden angesichts der zunehmenden Ökonomisierung solcher Feste für die Menschen aber immer weniger wahrnehmbar."
Auch Bezirksvorsteher Rainer Schiefer hat sich nach eigenem Bekunden in diesem Jahr über den "doch sehr frühen Termin gewundert". Insofern habe er auch Verständnis für die Kritik der Kirchen.
Aber schließlich liege auch der erste Adventssonntag diesmal schon im November. Und die Adventsmärkte schenkten den Menschen Freude. "Deshalb", betont Schiefer, "wird mich diese Kritik auch nicht davon abhalten, den Opladener Weihnachtsmarkt morgen zu eröffnen."
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