Leverkusen: Klimaschutz muss Pflicht werden
VON GABI KNOPS FEILER - zuletzt aktualisiert: 27.11.2009Leverkusen (RPO). Ein Apfel muss nicht aus Australien kommen, das Licht nicht unnütz brennen, der Schulweg nicht mit dem Auto zurückgelegt werden. Umweltdezernent Frank Stein fordert Bürger auf, sich am Umweltschutz zu beteiligen.
Seit vielen Jahren warnen Wissenschaftler vor der globalen Klima-Katastrophe. Bis jetzt ignorieren immer noch viele Menschen dieses Thema. Doch die Zeiten sind vorbei, in denen man so tun konnte, als ob einen das alles nichts anginge. "Wir sind dabei, uns selber zu zerstören", warnte Hans-Martin Kochanek, Leiter des NaturGutes Ophoven.
Auch und gerade vor Ort seien Menschen dringend zum Handeln aufgerufen, verdeutlichten neben Kochanek auch Umweltdezernent Frank Stein und Marianne Ackermann, Lehrerin der Manforter Regenbogenschule, bei einem Pressegespräch am Donnerstag. Alle 160 000 Einwohner in Leverkusen sollten aktiv zum Klimaschutz beitragen.
Der Gipfel
Der Klimagipfel in Kopenhagen, der Hauptstadt Dänemarks, findet vom 7. bis zum 18. Dezember statt. Dort soll ein neues globales Klimaschutz-Abkommen verabschiedet werden, der Nachfolger zum Kyoto-Protokoll von 1997, in dem es um die Eindämmung der klimaschädlichen Treibhausgase gehen wird.
Was können die Menschen tun? "Man kann früh anfangen und Kleine bereits im Kindergarten für das Thema sensibilisieren", hob Ackermann hervor. Darüber hinaus könne jeder sein Verhalten überprüfen. Zum Beispiel: Muss der Apfel wirklich aus Australien kommen? Wo doch der aus dem Bergischen Land mit Sicherheit genauso gut schmeckt. Muss das Licht die ganze Zeit brennen, obwohl niemand im Raum ist? Warum fahre ich mein Kind mit dem Auto zur Schule, wo doch ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft viel gesünder ist? "Mit vielen kleinen Sachen", erläutert Kochanek, "lassen sich viele Dinge bewegen."
Nicht nur Politiker könnten etwas tun, sondern jeder Einzelne, ergänzte er. Nun schaut die Welt auf den bevorstehenden Weltklimagipfel in Kopenhagen, der am 7. Dezember beginnt. Politiker werden in Kopenhagen darum ringen, ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll zu finden. "Investitionen von Kommunen in den Klima- und Ressourcenschutz stärken gerade in Zeiten schwacher Konjunktur die regionale Wirtschaft und machen unabhängig von den perspektivisch weiter steigenden Energiepreisen", sagte Matthias Maching, Staatssekretär im Bundesumweltamt, noch vor einiger Zeit.
Der Rat der Stadt tat im Juni einen grundlegenden Schritt, als er das städtische Klimaschutzprogramm mit breiter Mehrheit befürwortete. "Was wir jetzt brauchen, ist eine politische Entscheidung für rechtliche Rahmenbedingungen", forderte Stein. Denn: Sichere Deutschland in Kopenhagen den Klimaschutz vertraglich als völkerrechtlich verbindliches Instrument zu, so habe das auch innerstaatliche Auswirkungen.
Dies bedeute, dass Klimaschutz zu einer Pflichtaufgabe werde. Für eine Stadt wie Leverkusen, die mit einem Haushaltsdefizit zu kämpfen habe, hätte dies positive Auswirkungen. Weitere Energiesanierungen seien möglich.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.







