Opladen: Knatsch um Jecken-Festzelt
VON KATHRIN BECKER - zuletzt aktualisiert: 16.02.2009Opladen (RPO). Die Leitung des Lucas-Gymnasiums hat Bedenken gegen das Zelt, das der Festausschuss Leverkusener Karneval (FLK) auf dem Marktplatz vor der Opladener Schule aufstellen lassen will. Gewünscht wird eine spätere Öffnungszeit.
Festzelt am Markt
Das Festzelt am Opladener Marktplatz wird 15 mal 25 Meter groß sein und an Weiberfastnacht ab 10 Uhr geöffnet. Für 11.11 Uhr ist die traditionelle Eröffnung des Straßenkarnevals geplant, ab 19 Uhr eine Weiberfastnachtsparty. Der Eintritt an diesem Tag ist frei. Das weitere Programm ist einzusehen im Internet unter www.karnevalskirmes.de
Orden verleiht Uwe Krause, Präsident des Festausschusses Leverkusener Karneval, derzeit viele. Mit einem verband er aber am Freitagabend eine ganz besondere Bitte. "Telefonieren Sie doch mal mit dem Regierungspräsidenten, so von Kollege zu Kollege … dann ist das vielleicht alles etwas einfacher", sagte er. Gerichtet waren die Worte an Innenminister Dr. Ingo Wolff, der als ehemaliger Träger der "Silbernen Steuerschraube" bei der Sitzung der KG Raubritter in der Opladener Stadthalle zu Gast war.
Jugendliche von der Straße holen
Nach dem Auftritt von Prinz Ralf I. hatte Krause den Minister auf die Bühne gebeten, um ihm in wenigen Worten von den Plänen des Festausschusses zu berichten, mit einem Festzelt auf dem Opladener Marktplatz (und einem weiteren in Wiesdorf) den Leverkusener Straßenkarneval noch attraktiver zu machen. "Unser Ziel ist es damit auch, Jugendliche von der Straße zu holen", sagte Krause. "Und nun müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, wir würden Jugendliche zum Trinken animieren."
Was war passiert? "Die Koordinierungsstelle für Großveranstaltungen hat eine Anfrage vom Regierungspräsidenten erhalten mit Bitte um Stellungnahme, weshalb für das Festzelt in Opladen eine Genehmigung erteilt worden sei", erklärte Krause. Grund dafür ist eine Intervention der Schulleitung des Landrat-Lucas-Gymnasiums (LLG), die sich an die Stadt Leverkusen und die Bezirksregierung gewandt und Bedenken gegen das Zelt direkt vor ihrer Schule geäußert hat.
"Wir haben nicht grundsätzlich etwas gegen das Festzelt", erklärte Christof Haering, stellvertretender Schulleiter des LLG am Samstag auf RP-Anfrage. "Es ist nur so, dass wir von der Bezirksregierung angehalten sind, die Schüler an Weiberfastnacht nicht vor 12.30 Uhr aus der Schule zu entlassen. Wenn aber direkt vor der Türe ab 10 Uhr im Zelt gefeiert wird, werden unsere Bemühungen völlig konterkariert." Wunsch der Schulleitung sei es deswegen, dass die Feier im Festzelt erst später beginne.
Uwe Krause hat für dieses Ansinnen wenig Verständnis. "Wenn bis 12.30 Uhr Schule ist, dann ist bis 12.30 Uhr Schule", sagte er. Außerdem sei es doch so, dass die Schüler, die es darauf anlegen würden, sich an Weiberfastnacht zu betrinken, an diesem Tag erst gar nicht im Unterricht erschienen. Die erbetene Stellungnahme sei jedenfalls fertig gemacht und noch am Freitag Oberbürgermeister Ernst Küchler zur Kenntnisnahme und zur Weiterleitung an den Regierungspräsidenten vorgelegt worden.
Mit dem zu reden, versprach Innenminister Wolf am Freitag vor den rund 350 Jecken in der Stadthalle. Und damit er es auch nicht vergisst, bekam er von Krause noch einen Orden für den Regierungspräsidenten mitgegeben.
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