Leverkusen: Kölner Makler kauft Bürgerbusch
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 03.04.2009Leverkusen (RPO). Mehr als ein Jahr hat es gedauert, doch jetzt hat die Diergardtsche Forstverwaltung einen Käufer für das beliebte Leverkusener Naherholungsgebiet gefunden – der Kölner Immobilienunternehmer Wilfried Hilgert hat den Bürgerbusch gekauft.
Der Wald
Der Bürgerbusch ist ein weitgehend flaches Gebiet. Teile des Gebietes stehen unter Naturschutz. Durch den Bürgerbusch sollte vor Jahrzehnten der damalige Ostring und heutige Karl-Carstens-Ring gebaut werden, um den Stadtteil Alkenrath vom Durchgangsverkehr zu entlasten.
Der Vertrag ist bereits unterschrieben, das 313 Hektar große Landschaftsschutzgebiet Bürgerbusch und Scherfenbrandwald wechselt den Besitzer. Wie die Diergardtsche Forstverwaltung gestern auf Anfrage der RP bestätigte, hat der Kölner Immobilienunternehmer Wilfried Hilgert das Gelände erworben. Er soll der einzige Interessent gewesen sein. Über die Kaufsumme oder andere Details wurde nichts bekanntgegeben.
Mehr als ein Jahr hat die Suche nach dem neuen Besitzer gedauert. Die Diergardsche Forstverwaltung, deren Eigentümer seit langem in Kanada leben, hatte 2008 bestätigt, sich von den Nutzwäldern trennen zu wollen. Der Chef der Familie fühlt sich offenbar langsam zu alt, um den Waldbetrieb aus der Ferne zu verwalten, der Nachwuchs hat wenig oder keine Bindungen nach Leverkusen und deshalb auch kein Interesse, die Waldgebiete zu halten.
Stadt konnte Wald nicht kaufen
Damals waren für den Bürgerbusch zwischen Alkenrath und Lützenkirchen rund 2,9 Millionen Euro veranschlagt worden, für das Waldstück Scherfenbrand waren 3,5 Millionen Euro aufgerufen.
Zwischenzeitlich hatte sogar die Stadt Leverkusen geprüft, ob sie sich den Erwerb des Geländes leisten könne. In Umfragen sprach sich eine deutliche Mehrheit der Bürger dafür aus. Doch die städtischen Finanzexperten kamen zu dem Ergebnis: absolut nicht finanzierbar.
Über den Käufer, den 76-jährigen Wilfried Hilgert, ist in Leverkusen nicht viel bekannt: Der Immobilienmakler wohnt in Hennef im Rhein-Sieg-Kreis, sein Name fällt vor allem im Zusammenhang mit der Glückstädter Heringsfischerei Immobilien- und Bau Gesellschaft. Sie wurde 1893 gegründet und verfügt heute über umfangreichen Grundbesitz, der sich aus Wohnungen, Wohn- und Geschäftshäusern sowie zwei großflächigen Gewerbegebieten zusammensetzt. Der Schwerpunkt liegt in Köln und Köln-Porz.
Auch als Sponsor im Schachsport hat sich Hilgert einen Namen gemacht – der deutsche Schachgroßmeister Robert Hübner soll von ihm unterstützt worden sein.
Hilgert war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Was er mit dem neu erworbenen Gelände plant, ist noch unklar. Fest steht jedoch: Im Landschaftsschutzgebiet sind die Nutzungsmöglichkeiten außerhalb der Wald- und Forstwirtschaft begrenzt.
Auch für die große Jagd ist das Gebiet, das eher einem Stadtwald gleicht und von zahlreichen Joggern, Spaziergängern und Radfahrern durchquert wird, nach Auskunft von Revierförster Karl Zimmermann denkbar ungeeignet. Zimmermann hatte jedoch bereits im vergangenen Jahr darauf hingewiesen, das die Wälder unter dem Strich einen kleinen Gewinn abwerfen.
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