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Leverkusen: Kraftwerks-Diskussion ohne Dampf

VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 04.09.2010

Leverkusen (RPO). Rund 30 Zuhörer in der Wiesdorfer Bürgerhalle ließen sich von Currenta-Experten und dem Schweizer Unternehmen Repower über das Kraftwerk informieren, das ab 2012 im Chempark gebaut werden soll. Es blieb sachlich und ruhig.

Info

Zahlen zum Kraftwerk

Brennstoff Erdgas

Wirkungsgrad ca. 58 Prozent (Kondensationsbetrieb)

Brennstoffausnutzung etwa 80 Prozent (inklusive des Prozessdampfes)

Betriebsdauer bis zu 8000 Stunden im Jahr

Wiesdorf Der Andrang hielt sich in überschaubaren Grenzen: Gerade mal etwas mehr als 30 Interessenten waren in die Wiesdorfer Bürgerhalle gekommen, um sich über die Kraftwerkspläne, die der Chemiepark-Betreiber Currenta gemeinsam mit dem Schweizer Energieunternehmen Repower verfolgt, informieren zu lassen.

340 Millionen Euro will die Unternehmensgruppe aus dem schweizerischen Poschiavo in Leverkusen investieren. Im Chempark soll ab 2012 ein hochmodernes, klimafreundliches Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit 25 Arbeitsplätzen entstehen, das 2014 ans Netz gehen könnte – vorausgesetzt, alles läuft nach Plan. Die Anlage soll die Gaskessel im Chempark entlasten und gleichzeitig Energie jederzeit effizient bereitstellen. Auch wenn zurzeit noch nicht einmal das Genehmigungsverfahren vollständig angelaufen ist, haben sich beide Partner entschlossen, die Öffentlichkeit von Beginn an ins Boot zu holen – selbst zu diesem frühen Zeitpunkt. "Das bringt es natürlich mit sich, dass wir Ihnen heute noch nicht jede Frage erschöpfend beantworten können", räumte Chempark-Leiter Dr. Ernst Grigat bereits zu Beginn des Abends ein: "Einfach, weil wir selbst noch nicht alles wissen".

Günstiger Strom?

Gemeinsam mit den Projektleitern Heiko Schmitt (Currenta) und Daniel Fritsche (Repower) beantwortete Grigat mehr als zwei Stunden lang Fragen und gab Kennzahlen bekannt: Etwa, dass der Dampf aus dem Kraftwerk die Unternehmen am Standort versorgen soll, oder dass Repower in Aussicht stellt, künftig gnug Strom für 600 000 Privathaushalte liefern zu können. Das entspreche etwa dem Bedarf einer Stadt wie Düsseldorf.

Genau beim Strom setzten auch die Fragen der Besucher an – allerdings wurden sie fast ausschließlich von Mitgliedern des Leverkusener Stadtrats gestellt, die im Publikum saßen. Und dabei wurde schnell deutlich, dass es vor allem um einen ganz bestimmten Hintergrund ging: "Wie kann Leverkusens Energieversorger EVL von dem neuen Kraftwerk profitieren?"

Erhard Schoofs (Bürgerliste) und Marita Schmitz (Grüne) wollten wissen, ob es möglich sei, dass Repower die EVL mit günstigem Strom aus dem neuen Kraftwerk beliefere. "Nein, weil der Strom in einer Spannung erzeugt wird, die die EVL technisch nicht verkraftet", lautete die Antwort. Repower verkaufe ihn aber an der Strombörse – und es sei natürlich gut denkbar, dass dieses zusätzliche Angebot sich günstig auf die Preise auswirke. "Davon profitiert dann auch die EVL." Frank Bolsenkötter, Vertriebsleiter der EVL, der ebenfalls im Publikum saß, erklärte jedenfalls schon einmal, er würde sehr gerne mit Currenta und Repower Gespräche aufnehmen. Konkret vereinbart wurde aber noch nichts.

Neuer Termin: 1. Dezember

Technische Daten, genauer Standort – nicht alles rund um das neue Kraftwerk konnte in der Bürgerinformation erschöpfend geklärt werden. Musste es aber auch nicht: Denn für Mittwoch, 1. Dezember, hat die Currenta für 18.30 Uhr bereits die nächste Veranstaltung in der Bürgerhalle angesetzt, wie Grigat ankündigte: Dann sei man schon einen Schritt weiter und könne vielleicht manches beantworten, das jetzt noch nicht möglich war.

Quelle: RP

 
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