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Leverkusen: Krawall führte zu Stadionverbot

VON ROMAN ZILLES - zuletzt aktualisiert: 16.03.2010

Leverkusen (RPO). 135 Stadionverbote wurden im Nachgang des Fußballspiels von Leverkusen gegen Köln bereits in die Wege geleitet. Dabei wird es wohl nicht bleiben. Die Auswertung der Videos wird laut Polizei noch Wochen dauern.

Stadtfühurng: Um weitere Ausschreitungen zu vermeiden, umzingelten die Polizeieinsatzkräfte zahlreiche Fans vor dem Fußballspiel Bayer 04 gegen den 1. FC Köln Ende Februar und lenkten sie geschlossen bis zur Arena.  Foto: RPO
Stadtfühurng: Um weitere Ausschreitungen zu vermeiden, umzingelten die Polizeieinsatzkräfte zahlreiche Fans vor dem Fußballspiel Bayer 04 gegen den 1. FC Köln Ende Februar und lenkten sie geschlossen bis zur Arena. Foto: RPO

Die Vorfälle am Rande des Fußballspiels Leverkusen gegen Köln beschäftigt die Polizei noch lange. "Wir haben jede Menge Videomaterial. Die Auswertung wird noch Wochen dauern,", sagt Wolfgang Elbracht, Leiter der Polizeiinspektion Leverkusen. Sprich: Es wird vermutlich nicht bei den 135 von Bayer 04 in die Wege geleiteten Stadionverboten bleiben. Bei dieser Zahl handele er sich nur um die, bei denen schon klar sei, dass sie Straftaten begangen hätten.

Im Vorfeld der Partie war es Ende Februar zu Krawall und gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Fans gekommen. Zwei Beamte wurden verletzt. Der Großteil der bisher ausgesprochenen Verbote hängt laut dem Bayer-Kommunikationsbeauftragten Meinolf Sprink mit Vorfällen rund um den Schiffsanleger am Neulandpark zusammen. Ein Anhänger berichtet indes, daZahlreiche Fan,ss etwa 100 der Verbote "eingekesselte Fans des 1. FC Köln" betreffe, "die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen". Diese seien in Sammelzellen gebracht und teils mit Strafen belegt worden, die über die Höchstdauer (drei Jahre) hinausgingen.

Info

DFB spricht Verbote aus

Stadionverbote werden in Absprache mit den Vereinen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgesprochen. Die Länge richtet sich nach der Schwere des Vergehens. Geläuterte Betroffene können nach der Hälfte der Zeit (auch durch Verrichtung von Sozialarbeit) einen Erlass erreichen.

Fast 70 Personen in Sammelzellen

Elbracht bestätigt einen Vorfall im Bereich des Neulandparks: "Rund 100 Personen sind nach dem Überqueren der Neulandparkbrücke weggelaufen", berichtet er. Diese seien von der Polizei an verschiedenen Stellen in Wiesdorf aufgegriffen worden. "Teilweise wurde dabei Widerstand geleistet und mit Gegenständen geworfen", sagt Elbracht. An die 70 Personen seien mit Transportern nach Köln-Kalk in Sammelzellen gebracht worden und bis 22 Uhr in Gewahrsam geblieben. "Wer nur weggelaufen ist, bekam einen Platzverweis und durfte gehen." Bislang seien bei der Polizei nicht mal eine Handvoll Beschwerden wegen der Ereignisse beim Fußballspiel eingegangen. Zwei betreffen das Geschehen rund um den Schiffsanleger (Elbracht: "Beides sind Väter, die sagen, dass ihre Söhne damit nichts zu tun haben"), eine stamme von einem Bayer-Fan, der sich beschwere, dass er mit weiteren Leverkusener Anhängern vom Konrad-Adenauer-Platz zum Stadion geführt wurde, sich also nicht frei bewegen konnte.

Sprink weist zurück, dass Strafen über drei Jahren ausgesprochen worden seien: "Das geht gar nicht." Derzeit seien 81 Bayer-Fans mit bundesweiten Stadionverboten belegt ("Davon stammen 76 aus Vorfällen beim Spiel in Köln in der vorigen Saison"), weitere 23 erhielten ein Verbot für die BayArena. Dass Unschuldige bestraft werden, "lässt sich nie ausschließen", sagt Sprink. Aber bis auf ein, zwei Prozent "sind die Verbote nachvollziehbar".

Quelle: RP

 
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