Leverkusen: Kritik an städtischer Felsbrocken-Barriere
zuletzt aktualisiert: 30.07.2010Leverkusen (RPO). Wiesdorf (US) Die städtische Findling-Barriere am Kinopolis-Kreisel in Wiesdorf stößt bei Experten, die nicht der Stadtverwaltung angehören, auf Kritik. Die Bundesanstalt für Straßenwesen in Bergisch Gladbach teilte auf Anfrage unserer Redaktion mit: "Steine (Findlinge) sind grundsätzlich als Gegenstände der Straßenausstattung ungeeignet." Sie könnten eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer, speziell für Zweiradfahrer, darstellen. Man sollte bestrebt sein, Gefahrenstellen im Verkehrsraum möglichst zu vermeiden. Damit bestätigen die Vertreter der Bundesanstalt die Einschätzung des ADAC-Experten Hartmut Minjoth, der ebenfalls "Felsbrocken als ungeeignete Verkehrslenkungsmaßnahme" einstuft. "Wir sehen das als ADAC sehr kritisch", sagte der Vertreter des bundesweit größten Verkehrsclubs.
Die Bundesanstalt ist zwar nicht für innerörtliche Straßen zuständig, hat aber große Erfahrung mit Straßengestaltungen. Nach der Richtlinie "RPS 2009" für außerörtliche Straßen soll vor dem Bau von Leitplanken und anderem geprüft werden, ob nicht die Verwendung von "umfahrbaren oder abscherbaren Gegenständen" möglich ist. Denn die Schaffung neuer Hindernisse widerspreche dem Grundsatz der Gefahrenvermeidung.
Die Stadt Leverkusen setzt die Felsbrocken ein, weil es die billigste Art sei, Fahrzeuge von der Betonbrüstung abzuhalten.
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