Leverkusen: Langsamkeit entdeckt
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 21.11.2009Leverkusen (RPO). Morgen eröffnet das Museum Morsbroich die Malerei-Ausstellung "Slow Paintings", in der über 60 Bilder von 32 verschiedenen Künstlern, die sich nicht für einen Schnelldurchgang eignen.
Sonntags Führungen
Die Ausstellung "Slow Paintings" wird morgen, 22. November, um 12 Uhr im Museum Morsbroich, Gustav-Heinemann-Straße 80, eröffnet und ist dann bis zum 7. Februar 2010 zu sehen.
Öffnungszeiten dienstags 11 bis 21 Uhr, mittwochs bis sonntags 11 bis 17 Uhr. Führungen sonntags 15 Uhr.
Katalog 160 Seiten, 63 Abbildungen, zu 25 Euro an der Museumskasse, 29 Euro im Buchhandel.
Möglich wurde die Ausstellung nur durch die Sponsoren Lanxess, EVL, Sparda-Bank und Zuschüsse des Landes NRW.
SCHLEBUSCH Im ersten Augenblick sieht man nur eine schwarze, rechteckige Fläche. Erst nach einer Weile wird darin für das Auge ein großes Kreuz sichtbar. Und konzentriert man sich noch länger auf das monochrome Gemälde, scheint das Zentrum von hinten zu leuchten. Mit seinem "Abstract Painting" von 1963 verlangt Ad Reinhardt vom Betrachter vor allem eines: Zeit.
Diese Arbeit ist die älteste von über 60 Werken 32 verschiedener Künstler in der Ausstellung "Slow Paintings", die am Sonntag im Museum Morsbroich eröffnet wird. Viele der Arbeiten sind tatsächlich langsam gemalt, entstanden in vielen übereinander liegenden Schichten, oder wie das Titelbild "Girl in Bed" von John Currin nach Art der alten Meister. Aber die Ausstellung heißt aus gutem Grund nicht "Slow Painters", erklärt Museumsleiter Dr. Markus Heinzelmann, der seine erste reine Malerei-Schau im Trio mit seinen Mitarbeitern Dr. Stefanie Kreuzer und Dr. Fritz Emslander kuratierte. Langsamkeit wird vor allem vom Betrachter erwartet. Einer Studie zufolge liege die durchschnittliche Betrachtungsdauer bei vier Sekunden, sagt Heinzelmann und setzt hinzu: "Damit kommen Sie hier nicht hin." Wer die Ausstellung besucht, sollte Zeit mitbringen und bewusst in den Entschleunigungsprozess einsteigen und das Konzept zu durchdringen, das hinter jedem Bild steckt. Etwa hinter der einen kompletten Raum füllenden neuen konzeptionellen Arbeit von Jonathan Monk "Lieber Maler, male mir noch einmal". Damit bezieht er sich auf eine Serie Martin Kippenbergers, der seine Fotos von Kinoplakatmalern vergrößern ließ. Monk stellt das "Malenlassen" in Frage, indem er eine Fotografie gleich bei sieben Chinesischen Malern in Auftrag gab, die nichts voneinander wussten. Die sieben "geklonten" Ergebnisse stellt er nun in rundum in einen Raum.
Einige Werke sind vergänglich, denn sie werden nach Abbau der "Slow Paintings" einfach weiß überstrichen, weil sie direkt auf die Wände gemalt wurden. Das von Pablo Siquier empfängt Besucher bereits im Foyer. Der Künstler aus Buenos Aires ist zur Eröffnung ebenso anwesend wie sein Kollege Ekrem Yalçinda , der sein monochomes Wandgemälde im Erdgeschoss um zwei Ecken zog. Zu sehen ist auch eine konzeptionelle Arbeit von Bernard Frize, dem "Gerhard Richter von Frankreich", der 2010 eine Einzelausstellung im Schloss gilt.
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