Leverkusen/Köln: Lanxess verlegt Sitz nach Köln
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 28.05.2010 - 13:14Leverkusen/Köln (RPO). Der Leverkusener Lanxess-Chemiekonzern wird seine Verwaltungszentrale nach Köln verlegen. Dies betonte heute auf der Lanxess-Hauptversammlung Unternehmenschef Dr. Axel C. Heitmann. Ende 2010 sollen die Entscheidungen über den Termin und den Standort fallen, sagte der Chefmanager vor rund 2000 Aktionären in der Lanxess-Arena in Köln-Deutz.
2008 hatte Lanxess das Umzugsprojekt auf Eis gelegt, weil das Konzerngeschäft Vorrang hatte. Heitmann: "Wir halten an unserem Plan, nach Köln zu gehen fest. Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben." Als favorisierter Standort der neuen Lanxess-Konzernzentrale galt bisher der Bereich Köln-Deutz nahe Bahnhof Deutz.
Der Umzug in die Domstadt zählt zu den Maßnahmen, sich ganz aus dem Schatten von "Mutter" Bayer zu lösen und ein eigenständiges Unternehmensgesicht zu bekommen. Bislang residiert der Konzernvorstand im Chempark Leverkusen-Wiesdorf, gegenüber dem Bayer-Kasino an der Kaiser-Wilhelm-Allee.
Außerdem teilte der Leverkusener Chemiekonzern Lanxess mit, dass für 2010 weltweit Investitionen von bis zu 430 Millionen Euro geplant seien. Nach dem aus Firmensicht schon guten ersten Quartal 2010 verlaufe auch das zweite Quartal "sehr gut", heißt es weiter. "Wir sind optimistisch, was den weiteren Geschäftsverlauf betrifft", ließ sich Konzernvorstandschef Dr. Axl C. Heitmann zitieren.
Die Prognose eines EBITDA vor Sondereinflüssen in Höhe von bis zu 700 Millionen Euro für dieses Jahr wurde vom Unternehmen bestätigt. Dies liegt deutlich über dem Niveau von 2009. Diese 09-Jahresbilanz bewertet Lanxess selbst als "dramatisach weniger" als 2008. Da der Umsatz im Krisenjahr 2009 aber um 23 Prozent eingebrochen war, sei dies immer noch ein "bemerkenswertes Ergebnis" gewesen.
Die wirtschaftliche Erholung in 2010 werde sich überall zwar bemerkbar machen, aber in unterschiedlich starkem Tempo. In Europa und Nordamerika werde das Wachstum geringer verlaufen als etwa in China, Indien oder Lateinamerika. Heitmann und seine Vorstandskollegen sehen mit einiger Sorge die "überbordende Finanzverschuldung" einiger europäischer Länder.
Zusammen mit den auslaufenden Konjunkturprogrammen und den sich verändernden Rohstoffpreisen berge diese Gesamtsituation einige Risiken. Heitmann: "Wir sind sicher, die Krise ist noch nicht überstanden." Aber Lanxess sei "gut unterwegs."
Das Sparprogramm des Konzerns, Challenge 09-12 genannt, sei richtig. Mit dieser Aktion will Lanxess bis 2012 insgesamt 360 Milionen Euro einsparen. 170 Millionen Euro davon sind bis Ende 2009 laut Heitmann schon erreicht worden. Zusätzlich markierte der Vorstandsvorsitzende die wichtigsten Arbeitsfelder von Lanxess, für die das Unternehmen Produkte liefern will: "Mobilität, Urbanisierung und Wasseraufbereitung".
Der Schwerpunkt der Investitionen liegt laut Lanxess in Asien. Von den bis zu 430 Euro der Gesamtinvestionssumme 2010 steckt Lanxess rund 150 Millionen Euro in seine deutschen Standorte. So baut Lanxess derzeit in Bitterfeld ein Chemiewerk für Produkte der Wasseraufbereitung. Kosten: 30 Millionen Euro, neue Arbeitsplätze: 200, Produktionsstart geplant: Ende 2010. Trotz Krise will Lanxess für 2009 eine Dividende von 50 Cent je Aktie zahlen.
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