Leverkusen: Leverkusen vor der Google-Linse
VON HERBERT BONGARTZ - zuletzt aktualisiert: 30.09.2008Leverkusen (RPO). In Leverkusen sind Bilder von Straßen und Häusern gemacht worden. Die werden zu einem 360-Grad-Rundblick zusammengesetzt der später im Internet erscheinen wird.
Rundgang durch USA
Während das Projekt „Street View“ in Deutschland noch nicht im Internet steht, können sich Interessierte aber schon mal einen Vorgeschmack in den USA holen. Dort läuft es bereits – ebenso wie in Australien und Japan.
In den Vereinigten Staaten ist ein virtueller Rundgang durch mehr als 40 Städte möglich.
Die Adresse: www.google.com. Dort muss vom Nutzer „google.com in English“ angeklickt werden.
Leicht irritiert reagieren zahlreiche Leverkusener Bürger auf einen schwarze Opel, der fast im Schritttempo durch ihre Straßen fährt. Auf dem Dach des Wagens ist eine Kamera angebracht. Im Sekundentakt wird fotografiert. „Werden wir etwa ausspioniert?“, fragen einige ängstlich.
Virtueller Rundgang
Das sei natürlich nicht der Fall, erklärt ein Sprecher von Google Deutschland auf Anfrage der RP. Bei dem Projekt „Google Street View“ fotografiert das Unternehmen jedes Haus und auch jeden Straßenzug. Die Bilder sollen dann später zu einem 360-Grad-Rundblick zusammengesetzt werden, der im Internet erscheinen wird. Von Frankfurt, Berlin und München sind die Fotos bereits fertig. Jetzt sei Leverkusen an der Reihe gewesen, sagt der Sprecher.
Wieso gerade Leverkusen? Das sei eine weltweit bekannte Stadt, meint er. Schließlich sei hier Bayer angesiedelt. Und den Namen kenne nun wirklich jeder. Sinn der ganzen Aktion: Jeder kann dann von zu Hause aus einen virtuellen Rundgang durch die Stadt seiner Wahl unternehmen und sich in aller Ausführlichkeit Straßen und Häuser anschauen. Das erleichtert natürlich auch die Wahl eines Hotels.
Gegen den Datenschutz werde nicht verstoßen, ist sich Google Deutschland sicher. Sollte ein Gesicht oder das Kennzeichen eines Autos auf die Fotos geraten, wird es unkenntlich gemacht. Niemand soll in eine für ihn vielleicht kompromittierende Situation geraten.
Google versichert auch, auf der Internetseite eine Klickmöglichkeit zu installieren. Damit kann der Betrachter der Fotos Google melden, dass es von ihm kompromittierende Bilder gibt. Die sollen dann möglichst schnell entfernt werden. Der Haken: Der Betrachter muss diese Bilder erst einmal finden.
Hamburg, Düsseldorf, Ruhrgebiet
Wann die ersten Bilder der deutschen Städte ins Internet gestellt werden, steht noch nicht fest. Das könne noch einige Monate dauern, so Google Deutschland. Die Vorteile des Projektes „Google Street View“ liegen klar auf der Hand. Wer in eine andere Stadt ziehen will, kann sich vorab über die dortigen Örtlichkeiten im Internet informieren. Er sieht Geschäfte, Kindergärten und Einkaufsgeschäfte. Wer einmal Urlaub in einer anderen Stadt machen will, kann sich visuell über das Hotel informieren, das er gerne buchen möchte.
Zurzeit sind noch Wagen von Google mit ihren Kameras in Düsseldorf, Hamburg und in den Städten im Ruhrgebietes unterwegs, um auch dort Bilder zu schießen. Die Wagen sind alle dunkel, weil dadurch die Reflexion verhindert wird.
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