Leverkusen: Liebeserklärung an Weigmann
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 14.04.2007Leverkusen (RPO). Seine Nichten und Neffen machten dem Künstler ein besonderes Geschenk: ein Buch über sein Leben. Sie zeichnen erzählerisch die unterschiedlichen Facetten, die Lebens- und Schaffensphasen des 82-Jährigen nach.
Das Buch
Das Buch mit dem schlichten Titel „Paul Weigmann“ umfasst 120 Seiten und mehr als 100 Farbabbildungen Weigmanns Werke. Kunstinteressierte können es zum Preis von 18 Euro in der Buchhandlung Middelhauve erstehen oder bestellen. Telefonisch unter Tel. 01 76/24 45 74 10 und per E-Mail unter der Adresse
blueprintlamberty@t-online.de
„Dies ist eine Liebeserklärung an Paul Weigmann.“ So lautet der erste Satz und treffender lässt sich kaum beschreiben, was für eine Art Buch kürzlich über den Leverkusener Zeichner, Maler und Glasmaler erschienen ist. „Ich war sehr überrascht“, versichert Weigmann, der von der Entstehung nichts mitbekommen hat. Es war ein Geschenk seiner Nichten und Neffen, die alle ein besonders herzliches Verhältnis zu Marga und Paul Weigmann haben. Deswegen haben sie mit ihrem Buch nicht nur dem Künstler und Lehrer, sondern auch dem verehrten Menschen ein Denkmal gesetzt. Dabei ging es ihnen weder um eine lückenlose Biografie noch um einen kunsthistorischen Abriss.
Vielmehr haben die Autoren erzählerisch die unterschiedlichen Facetten, die Lebens- und Schaffensphasen des Mannes beleuchtet, der am 20. Mai seinen 83. Geburtstag feiern wird. Sein Leben lang hat er gemalt und gezeichnet und daran hat sich bis heute nichts geändert. Immer noch gibt er sein Wissen gerne weiter, freut sich, in anderen die Lust am kreativen Arbeiten freizusetzen. Lange Zeit hat er bei Bayer Auszubildenden in dieser Hinsicht neue Blickweisen eröffnet, hat im Museum Laien in der „Schule des Sehens“ gelehrt.
Das wird im Buch ebenso angesprochen wie die Karriere als Glasmaler. In diesem Genre war er ganz besonders fleißig, hat vor allem eine Fülle von Kirchenfenstern entworfen und gestaltet. Eine kleine Auswahl dieser Arbeiten ist auf transparenten Fotoseiten im Buch abgebildet. Wunderschöne Bilder, die ihre durchscheinende Klarheit entfalten, wenn man ein weißes Blatt dahinter schiebt. Einer der Herausgeber hat selbst Fotos gemacht, außerdem stöberte man im Hause Weigmann, sichtete dort Zeichnungen und Bilder. Dazu nutzten „die Kinder“, wie Weigmann die Nichten und Neffen ganz selbstverständlich nennt, zwei Krankenhausaufenthalte des Künstlers. Schließlich sollte es eine Überraschung werden, nur seine Frau Marga weihten sie notgedrungen ein. Auf diese Weise gibt es persönliche Fotos im Buch, eines etwa vom umgebauten Stall in Küppersteg, in dem Weigmann sein erstes bescheidenes Atelier eingerichtet hatte. Man sieht den Künstler als jungen Mann in Aktion und bei ähnlicher Beschäftigung bald 60 Jahre später. Mit ganz alten Schüler-Zeichnungen ist der Einband ausgeschlagen, man sieht Studien, mit denen sich Weigmann an der Hochschule bewarb und ein Aquarell vom Montmartre. Das sei auf der Hochzeitsreise nach Paris entstanden, verrät Marga Weigmann. Viele Farbabbildungen im hinteren Teil zeigen, wie aktiv Weigmann noch in den letzten Jahren war.
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