Leverkusen: Mende: „Die CDU taucht ab“
VON TOBIAS KRELL - zuletzt aktualisiert: 01.12.2008Leverkusen (RPO). Die Leverkusener Genossen vermieden auf ihrem Parteitag am Samstag den großen Streit. Die SPD will möglichst Einigkeit demonstrieren, um keine Wähler abzuschrecken.
Blitzschnell waren die Blumen zur Hand, geübt die Siegerpose. Ernst Küchler reckte den Strauß nach oben, drehte sich in Richtung der Delegierten und empfing lächelnd stehende Ovationen, dann mit festem Händedruck die Gratulanten. Die Wahlkreiskonferenz der Leverkusener SPD in der Zweigstelle Elbestraße der Käthe-Kollwitz-Schule kürte den Amtsinhaber mit großer Mehrheit ein zweites Mal zum Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters. 74 Delegierte votierten für ihn (bei vier Nein-Stimmen, einer Enthaltung). Das entspricht 93,5 Prozent. Damit demonstrierte die SPD mindest zum Start jene Einigkeit und Geschlossenheit, für die Küchler mit Blick auf das turbulente Treffen der Leverkusener CDU vor Wochenfrist geworben hatte.
Allerdings blieben die weiteren Wahlgänge nicht ohne Denkzettel für manche Sozialdemokraten. Schlucken musste etwa Wolfgang Pockrand, als sein Ergebnis für die Wahlkreisnominierung bekannt gegeben wurde. Zwar war die Kandidatur für Lützenkirchen-Ost nicht ernsthaft in Gefahr. Aber 17 von 80 Genossen – 21,25 Prozent – im Saal stimmten gegen ihn (15 bei seiner Wahl auf Reservelistenplatz 9). Abgestraft wurden auch Ex-Bayer-Betriebsrat Erhard Gipperich und Jürgen Scharf, die – nominiert für die aussichtslosen Listenplätze 25 und 29 – 17 beziehungsweise 19 Gegenstimmen bekamen. Mit seinem eigenen Ergebnis war Küchler „sehr zufrieden“.
„Ernst macht Ernst“
Bundestagsabgeordneter Prof. Karl Lauterbach nutzte die Auszählung der Abstimmung zu einer Lobrede auf den SPD-Spitzenkandidaten Küchler. „Der richtige Slogan für die Wahl müsste ,Ernst macht Ernst’ lauten. Denn Ernst Küchler ist kein Ankündigungpolitiker. Er hält, was er verspricht. Ich wüsste keinen besseren Kandidaten und keinen besseren Oberbürgermeister als ihn“, sagte Lauterbach.
Mit Ausnahme des Hinweises auf den Parteitag der CDU beschränkte sich Küchler darauf, die von ihm auf den Weg gebrachten Projekte der vergangenen Jahre zu nennen und künftige Handlungsschwerpunkte (Neue Bahnstadt Opladen, dritte Gesamtschule) zu präsentieren. Die Auseinandersetzung mit politischen Gegnern überließ er Parteichefin Eva Lux und Fraktionsvorsitzenden Dr. Walter Mende.
Scharfe Kritik an der Bürgerliste
Den CDU-Oberbürgermeisterkandidaten Reiner Buchhorn (CDU) nahm Lux ins Visier. Ihm warf sie vor, im Falle der Wahl „alles außerhalb der sozialen Mindestpflichtleistung einstampfen“ zu wollen. Auch Ex-Genosse Erhard Schoofs bekam sein Fett weg. Dessen – von Lux als „so genannte Bürgerliste“ bezeichneter – politischer Verein propagiere den totalen Ausverkauf und wolle kulturell die Bürgersteige hochklappen.
Mende attackierte die CDU. Die Christdemokraten gingen bis zur Wahl bei unangenehmen Entscheidungen auf Tauchstation. Mende: „Da ist jetzt Gefälligkeit Trumpf und darum der Investitionsstau bis Juni programmiert“. Die schwarz-gelbe Landesregierung bezeichnete er als „Unglück für NRW und Leverkusen“.
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