Leverkusen: Mercedes reißt Zapfsäule ab
VON ULRICH SCHÜTZ - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009Leverkusen (RPO). Die Beteiligten eines Unfalls an der B 8 sind knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Ein 22-jähriger Autofahrer rammte gestern die Zapfsäule einer Tankstelle und riss sie ab. Der austretende Sprit entzündete sich zum Glück nicht.
Bei einem spektakulären Unfall an der Tankstelle Eller-Montan an der Bundesstraße 8 in Wiesdorf hatten gestern alle Beteiligten Riesenglück. Gegen 13.16 Uhr hatte ein Kölner Mercedesfahrer (22) die erste Tanksäule auf dem Gelände gerammt und abgerissen. Trotz ausgelaufenem Sprit kam es nicht zu einem Brand. Explosionsgefahr soll nicht bestanden haben. Verletzt, zumindest äußerlich, wurde niemand.
"Ich saß in meinem Büro, als es plötzlich knallte. Dann war der Strom weg, und ich bin rausgelaufen." Baris Celik, Pächter der Tankstelle nahe Bayer-Tor 1, wirkte kurz nach dem Unfall schon wieder etwas entspannter.
Kaum Behinderungen
Der Verkehr auf der vierspurigen Bundesstraße nahe Bayer-Chempark-Tor 1 lief fast ungehindert weiter. Größere Sperrungen waren laut Polizei nicht nötig. Die Berufsfeuerwehr war mit zwei Löschfahrzeug-Teams und Einsatzleitwagen vor Ort. 14 Feuerwehrmänner waren im Einsatz, meldete Feuerwehrchef Greven.
Der Kölner CLK-Mercedes-Fahrer und sein Beifahrer konnten ihren Unfallwagen aus eigener Kraft verlassen. Der Pkw blieb mitten auf der abgerissenen Tanksäule hängen. Dabei lief auch Öl aus. Der Tankstellenbetreiber hatte vorsorglich Handlöscher mit zum Unfallort genommen und die Fahrzeuginsassen sofort weggeschickt.
Ein anderer Pkw-Fahrer, der gerade an einer weiteren Säule der kleinen Tankstelle tankte, fiel bei dem Unfallkrach vor Schreck fast um und rannte ebenfalls schnell weg in sichere Entfernung.
Bei dem Zusammenstoß mit der Zapfsäule liefen nach Angaben der Feuerwehr 10 bis 20 Liter Kraftstoff aus. Im Moment des Aufpralls schlossen automatische Sicherheitsanlagen alle Spritleitungen.
"Dann kommt nichts mehr raus und auch nichts rein", erklärte der Tankstellenpächter. Gleichzeitig mit dem Schließen der Leitungen flogen die Sicherungen für den elektrischen Strom raus. Damit funktioniert an einer Tankstelle keine Spritpumpe, keine andere Anlage, einfach nichts mehr. Leverkusener Feuerwehrleute deckten die Unglücksstelle mit einem Schaumteppich ab, um weitere Folgen – etwa eine Explosion – zu vermeiden.
Die Tankstelle steht an der B 8/Friedrich-Ebert-Straße Chempark-Tor 1, rund 20 Meter von der gegenüberliegenden Werksmauer zum Chemiepark entfernt. Tankstellenbetreiber Celik erlebte zum ersten Mal einen solchen Unfall. Dass die Gehäuse der Zapfsäulen durch rangierende Fahrzeuge beschädigt werden, gehöre allerdings fast zur Tagesordnung. Da bleibe es in der Regel aber bei Blechschäden. Das Überfahren und Abreißen einer ganzen Zapfanlage sei auf jeden Fall eine Ausnahme, berichtet Celik.
Der unfallverursachende Mercedes-Fahrer, der aus Richtung Köln-Flittard kam, sei vermutlich viel zu schnell von der Bundesstraße 8 auf das Tankstellengelände eingebogen, mutmaßen Zeugen. Aufschluss könnte die Videoüberwachungsanlage der Tankstelle geben. Weil aber der Strom abgestellt war, konnte die Polizei kurz nach dem Unfall den Hergang noch nicht kontrollieren. Der Unfall-Mercedes soll dem Vater des 22-Jährigen gehören.
Tankstellen-Chef Celik hoffte gestern, dass er den Tankbetrieb schnell wieder aufnehmen konnte. Der Sachschaden an der Zapfanlage soll nach ersten Schätzungen deutlich in einem fünfstelligen Bereich liegen.
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