Leverkusen: Metzners Hotelheimspiel
zuletzt aktualisiert: 30.04.2009Leverkusen (RPO). Interview Der Neue an der Spitze des Lindner-Hotels an der BayArena heißt Dirk Metzner. Im August wird das wegen der Stadionarbeiten über über ein Jahr stillgelegte Hotel wiedereröffnet. Der Chef ist jetzt schon da.
LEVERKUSEN Noch ist Dirk Metzner Herr über eine riesige Dunkelkammer. Der 40-Jährige aus Düsseldorf ist neuer Direktor des Lindner-Hotels am Stadion. Derzeit tummeln sich dort Bauarbeiter unter dem abgehangenen Glasdach. Nach 13-monatiger Schließung wegen des BayArena-Umbaus soll das Hotel am 1. August öffnen, und Metzner sagt, was er vorhat.
Was tut ein Direktor im leeren Hotel?
Metzner Einiges. Vor allem muss das Haus wieder im Buchungssystem platziert werden. Daneben werden die Baumaßnahmen überwacht und eine Crew zusammengestellt.
Bleibt es bei 50 Mitarbeitern?
Metzner Ja. Die Hälfte des ehemaligen Teams bleibt erhalten. Weitere 25 Mitarbeiter kommen neu dazu.
Lindner-Gruppe
Die Lindner-Gruppe unterhält nach eigenen Angaben 33 Hotels und fünf Boarding-Häuser mit insgesamt knapp 4000 Betten.
Die Hotelkette mit Unternehmenssitz in Düsseldorf beschäftigt über 1800 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien und machte im Jahr 2007 einen Umsatz von 130,8 Millionen Euro.
Das Hotel an, besser gesagt in der BayArena soll das einzige stadion-Hotel in Deutschland sein.
Es bleibt auch bei 121 Zimmern?
Metzner Ja, baulich haben wir nichts verändert. Hinsichtlich der Gäste setzen wir weiter auf die Bereiche Tagung, Sport sowie auf Geschäftsleute. Aber daneben stärken wir das touristische Segment. Leverkusen hat in der Hinsicht viel Potential. Inhaltlich gibt es drei Schwerpunkte: Gäste wollen gut schlafen, gut essen und Unterhaltung. In den Bereichen haben wir neue Konzepte.
Welche?
Metzner Unser neues Bettenkonzept bietet Fünf-Sterne-Schlafkomfort auf einer harten und erhöhten Matratze sowie einer "Kuschelauflage", die sich dem Körper des Gastes anpasst und absoluten Tiefschlaf garantiert. Ich habe so ein Bett zu Hause: Es ist ein Traum. Zudem wird die Küche aus- und umgebaut. Wir bieten verstärkt frische, gesunde und moderne Speisen an. Denn: Setzen Sie Tagungsgästen mittags Nudeln mit dicker Soße vor, sind die nachmittags müde. Wir beschäftigen zwei Köche mehr als bisher. Für Gäste aus Leverkusen und Umgebung möchten wie das traditionelle Sonntags-Familien-Essen wieder einführen. Klassische Küche wie Sauerbraten, Hühnersuppe mit Eistich und Wackelpeter. Ich bin überzeugt, viele erinnern sich gerne an diese Essen zurück. Aber in unserer schnelllebigen Zeit gehen solche Werte leider verloren.
Und wie unterhalten Sie die Gäste?
Metzner Es wird schnellere Internetverbindungen und ein neuartiges TV-System mit individuellem Fernsehprogramm für die Gäste geben. Zudem bietet die Nähe zum Stadion einen großen Vorteil. Wir wollen die neue BayArena für uns nutzen und entwickeln neue Konzepte für Logen und Tagungsräume.
Hat die Beziehung zu Bayer gelitten? Die lange Hotel-Schließung kam damals ziemlich überraschend.
Metzner Nein, das Verhältnis ist nicht getrübt. Im Gegenteil: Die Partnerschaft wird – wie das Stadion – ausgebaut. Die Schließung war absolut notwendig. Der Lärm wäre den Gästen nicht zuzumuten gewesen, und es gab Vorfälle, die zu Personenschäden hätten führen können.
Sie leiten nun in Leverkusen Ihr erstes Hotel. Aufgeregt? Angespannt?
Metzner Gelassen. Der Empfang war freundlich und der Start sehr positiv. Für einen Sportbegeisterten wie mich ist die Leitung dieses Hotels eine tolle Sache. Aber wir haben eine spannende Aufgabe vor uns: Wir waren ein Jahr vom Markt und wollen unsere Schlüsselposition in der Stadt zurück.
Auf welche Erfahrung bauen Sie, um Ihrer neuen Aufgabe auch gerecht zu werden?
Metzner Ich bin seit zehn Jahren in der Lindner-Familie. Ich war in Düsseldorf verantwortlich für ein Eventcenter, an der Gründung einer Catering-Tochter beteiligt und zuletzt mit Übernahmen von Hotels betraut. Inzwischen kenne ich alle Lindner-Häuser – außer Landshut und Leipzig. Jetzt bin ich froh, wieder im Rheinland zu sein. Leverkusen ist für mich ein Heimspiel.
Roman Zilles führte das Gespräch mit dem neuen Hotelchef.
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