Leverkusen: Müll-Engpass im Honnefeld
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 29.09.2009Leverkusen (RPO). Weil die Platzverhältnisse Im Honnefeld so eng sind, dass moderne Entsorgungsfahrzeuge an den parkenden Autos nicht mehr vorbeikommen, bleiben die Mülltonnen dort immer öfter ungeleert. Die Stadt hat Abhilfe zugesagt.
Witzhelden Das jüngste Beispiel hat Werner Schumann noch genau vor Augen: "Ich bin mit meiner Frau am Sonntag, 20. September, für ein paar Tage in Urlaub gefahren", erzählt der Witzheldener: "Da standen die Mülltonnen noch ungeleert am Straßenrand, die mittwochs rausgestellt worden waren."
Kein Einzelfall in der Straße Im Honnefeld, wie der 71-Jährige betont. Die schmale Anwohnerstraße, in der sowohl einige Mehr- als auch Einfamilienhäuser stehen, hat gleich zwei Probleme auf einmal: ein Platzproblem – und damit auch ein Müllproblem. Denn die Entsorgungsfahrzeuge, so haben Schumann und die Nachbarn am eigenen Leib erfahren, steuern die Straße immer öfter nur noch an, wenn dort nicht geparkt wird (was zumindest auf einer Straßenseite erlaubt ist).
Entsorgungsgebiet
Das Entsorgungsgebiet der Avea-Unternehmensgruppe erstreckt sich über eine Fläche von 1430 Quadratkilometern. Das Areal umfasst die Stadt Leverkusen sowie den Rheinisch-Bergischen und den Oberbergischen Kreis. Insgesamt fährt die Avea den Müll von mehr als 725 000 Einwohnern regelmäßig ab. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite
"Keine Unfälle – fast ein Wunder"
Beim Entsorger Avea kennt man die Problematik und empfindet sie ebenfalls als belastend, wie Disponent Thomas Kettler betont: "Wir haben Im Honnefeld in der vergangenen Woche bestimmt fünf Mal angefahren, obwohl es nur einen einzigen Abfuhrtermin gab", berichtet er. Doch immer wieder habe das Fahrzeug wegen parkender Autos umkehren müssen, weil es einfach zu eng in der Straße gewesen sei: "Das ist Millimeterarbeit, vor allem im Kurvenbereich – da schreibe ich keinem Fahrer vor, Risiko zu gehen und trotzdem hineinzufahren. Es ist ohnehin fast ein Wunder, dass es bisher noch keine Unfälle gegeben hat."
Dafür, dass die Straße erst jetzt zum Problemfall wurde, obwohl bereits in den 70er Jahren gebaut, hat Kettler eine einfache Erklärung: "Die modernen Müllfahrzeuge mit Greifarm sind 2,50 bis 2,60 Meter breit. Die passen in dieser engen Straße nur noch an kleineren Autos vorbei – aber auch nur, wenn diese direkt am Bordstein geparkt sind."
Auch die Stadt kennt das Problem inzwischen – aber erst seit kurzer Zeit, wie der auch für Abfallwirtschaft zuständige Kämmerer Horst Wende betont: "Wir können nur reagieren, wenn wir auf so einen Missstand aufmerksam gemacht werden." Das sei geschehen, und nun werde auch etwas passieren. "Nachdem wir eine Ortsbesichtigung Im Honnefeld gemacht haben, wollen wir dort bestimmte Parkzonen markieren, die genug Platz für die Müllfahrzeuge lassen", kündigt Wende an. "Wir werden dann allerdings auch genau überprüfen, ob sich wirklich alle an die neue Regelung halten." Falls nicht, würden auch Knöllchen verteilt.
Vermutlich unmittelbar nach dem Erntedankfest sollen die Parkplätze ausgewiesen werden. "Dann sollte das Müllproblem erledigt sein", glaubt der Kämmerer. Werner Schumann und seine Nachbarn werden das zweifellos genau beobachten.
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