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Opladen: Mülleimerporträts - oder ein etwas anderes „StattBild“

VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 30.10.2009 - 09:23

Opladen (RPO). Statt „typisch Opladen“ gestatten diese Bilder eher einen ungewöhnlichen Blick auf den Stadtteil. Deswegen überschrieben die sechs beteiligten Kurse des Landrat-Lucas-Gymnasiums ihre gemeinsame Ausstellung bewusst in der nicht korrekten Schreibweise „StattBilder“.

Was damit gemeint ist, zeigt bereits das Plakat mit zwei Beinen und einer zertretenen Orange auf dem Boden. Ist sie heruntergefallen, weil zwei Passanten achtlos vorbei eilten oder ist sie von einem überfüllten Früchteberg eines Marktstandes gerollt? Wenn Betrachter stehen bleiben und rätseln, wenn sie dazu ihre eigenen Geschichten erfinden, dann wird das den Urhebern dieser Bilder nur recht sein. Denn genau das war ihre Absicht und nicht etwa, einen Stadtteil fotografisch korrekt abzubilden.

Verschiedene Blickwinkel

Ausgestellt sind die StattBilder in drei Räumen und dem Foyer des CBT-Wohnheims Upladin. Es gab schon mehrere Kooperationen zwischen Seniorenheim und Gymnasium. Aber zum ersten Mal haben Kunstlehrer mit sechs Kursen der Stufen elf und zwölf gezielt auf eine Ausstellung hingearbeitet. Sie gingen das Oberthema aus unterschiedlichen Blickwinkeln und mit verschiedenen Techniken, die in diesen Jahrgangsstufen vermittelt werden, an.

Der Kurs von Eva Onnen-Saelens betrieb zunächst donnerstags auf dem Markt Motivsuche. Mit dem Fotoapparat wurden die Bildideen festgehalten und später im Unterricht ausgearbeitet. Manche Blicke konzentrierten sich auf Obst und Gemüse, andere auf die prallen Einkaufsbeutel, wieder andere auf die knallorange Kehrmaschine, die Reste des Wochenmarktes beseitigt.

Als starker Kontrast zu den hellen und bunten Bildern zeigt ein anderer Kursus eine geradezu gruselige Seite von Opladen. Licht und Schatten hatte Lehrerin Olivia Koch als eine Anforderung vorgegeben und dabei ausdrücklich Fantastisches erlaubt. Im schwachen Schein künstlicher Straßen- oder Schaufensterbeleuchtung tummeln sich finstere Gestalten. Ronja Schmidt entschied sich für ein ungewöhnliches Detail und porträtierte einen Mülleimer. Julia Grams wählte die Schaufenster-Ecke von B4, griff dabei aber fantasievoll in die Realität ein.

Ätzradierungen fertigte ein Kursus von Christoph Kerber an, der seinen Schülern den Standard-Blick verbot. Stattdessen betrachtet man nun den Turm der Remigiuskirche aus Froschperspektive oder sieht eine Häuserfront auf Linien reduziert. Die größten Rätsel geben die vermeintlich realistischen Farbfotos auf, die aber mit Sinn für Humor bearbeitet wurden.

Heute 18 Uhr bis 29.November zu sehen, Opladener Platz 8.

Quelle: RP

 
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