Leverkusen: Na bitte, Verkehr an der Arena läuft
VON LEO GORES - zuletzt aktualisiert: 26.04.2010Leverkusen (RPO). Jedenfalls läuft er besser, als von Kritikern gedacht, wie ein Ortstermin unter Beweis stellte. Dennoch: Maulende Fahrer, ausweisfälschende Fans und unvorhersehbare Busladungen bringen die Ordner weiterhin an ihre Grenzen.
Noch eine Stunde bleibt, ehe das Bundesliga-Spiel der Werkself gegen Hannover 96 angepfiffen wird. Von dem Verkehrschaos der vergangenen Partien ist an der Europaring-Abfahrt "Am Neuenhof" nichts zu spüren. Die Autos rollen Richtung Stelze – langsam zwar, aber sehr stetig. "Sonst standen sie hier meist. Das ist ein großer Fortschritt", betont Straßenverkehrsamtsleiter Friedhelm Laufs. Ein Motorrad-Polizist bringt weitere frohe Kunde. "Der Rückstau auf dem Europaring ist nur kurz. Er reicht bis zur Abfahrt Overfeldweg", berichtet er. Auch das war bislang meist anders, seitdem die Fußballer ihren Stadionausbau auf 30 210 Plätze zum Abschluss gebracht haben.
Ergebnis im Sommer
Vor Sommer rechnet Laufs nicht mit Ergebnissen der Untersuchung einer Forschergruppe der TH Aachen, die an der Untersuchung und Optimierung des Arena-Verkehrskonzepts arbeitet.
Verantwortlich für den besseren Fluss des Verkehrs Richtung Arena-Parkplätze sind vor allen Dingen zwei Mitarbeiter des Straßenverkehrsamts. Einer sortiert den Verkehr bereits in der Abfahrt. Nur die Autos und Busse, die einen Parkschein vorweisen können, dürfen die rechte Spur benutzen – alle anderen werden bereits nach links gelotst, von wo es nur nach links (zurück auf den Europaring) oder geradeaus weitergeht. Der zweite Verkehrswächter überprüft diese Vorsortierung noch einmal und achtet darauf, dass sich kein Wagen zurück in die Schlange mogelt. Ähnlich wird aus Richtung Hardenbergstraße ausgesiebt.
Jetzt geraten die Autos und Busse mit den Fans Am Neuenhof etwas ins Stocken. Das ist zwar nicht gewünscht, aber in diesem Fall unvermeidlich. "Hannover hat im Vorfeld nur sechs Fanbusse gemeldet", sagt ein Polizist. Jetzt, knapp eine Stunde vor Anpfiff, sind jedoch bereits über 50 angekommen. Für rund 30 Busse hätte der vorgesehene Platz unter der Stelze gelangt. Nun muss mit den langen Gefährten rangiert werden. Und das hält den Verkehr auf. "Das ist Fußball. Es passiert immer wieder etwas Unvorhergesehenes, auf das wir schnell reagieren müssen", sagt Laufs.
Alu-Folie auf Ausweis fiel auf
Bereits herumgesprochen hat sich, dass die Nebenstraßen der Bebelstraße für BayArena-Besucher gesperrt sind. Dementsprechend wenige Autofahrer versuchen dort kurz vor dem Spiel ihr Glück. Dafür sind immer wieder einige Sturköpfe darunter. Ein Mann – offensichtlich ein Anwohner, der sich noch keinen Parkausweis besorgt hat – diskutiert lautstark und wild gestikulierend mit der jungen Frau an der Absperrung zur Karl-Marx-Straße. Die Mitarbeiterin des Straßenverkehrsamts bleibt ruhig, obwohl der Mann sich komplett im Ton vergreift. Sie schafft es dadurch, ihn soweit zu beruhigen, dass er sich bedankt und der jungen Frau wie zur Entschuldigung die Hand reicht. "Unsere Mitarbeiter werden eigens geschult", sagt Laufs.
Ruhe und auch etwas Verständnis sind dabei vonnöten – manchmal aber auch ein guter Riecher und Bestimmtheit. Beide Qualitäten sind nun gefragt. Die junge Dame hat einen Betrüger entlarvt. Er hat sich einen Anwohner-Parkausweis kopiert und den Silberstreifen mit Hologramm versucht, durch einen Streifen Alu-Folie nachzuahmen. Gebracht hat ihm das jedoch nichts.
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