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Leverkusen: Nach Sauftour - Taxi fährt in den Rhein

VON MARTIN OBERPRILLER UND UWE MISERIUS - zuletzt aktualisiert: 30.10.2009 - 12:56

Leverkusen (RPO). Mehr Glück als Verstand hatten Freitagmorgen ein 53-jähriger Taxifahrer und sein 44-jähriger Fahrgast in Köln. Bei dichtem Nebel gerieten die beiden gegen 5 Uhr morgens in Köln-Langel von der Straße ab und rasten mit dem Wagen in den Rhein. Glück im Unglück: Beiden Männern gelang es noch rechtzeitig, sich aus dem Auto zu retten.

Der Taxifahrer konnte es immer noch nicht fassen - und auch Stunden später stand der Mann aus Asien noch immer unter Schock. "Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder ein Taxi fahren kann", erklärte der 53-Jährige mit leiser Stimme, als der Vater von drei Kindern mit seiner ganzen Familie noch mal an den Ort zurückgekehrt war, an dem er Stunden zuvor fast tödlich verunglückt wäre.

Der kleine Stadtteil Langel im Kölner Norden, Freitagmorgen gegen fünf Uhr: Der betrunkene Fahrgast auf dem Beifahrersitz neben dem 53-Jährigen hatte es eilig. "Fahr immer weiter geradeaus, ich will nach Hause", spornte der 44-Jährige den Taxifahrer an, der in zuvor nach einer durchzechten Nacht aufgegabelt hatte. Das Problem nur: Als die zwei Männer nun also in Langel, einem kleinen, ländlich wirkendem Ort unterwegs waren, zogen Nebelschwaden vom nahen Rhein herauf, die nicht weniger dicht waren als der Fahrgast selbst, und tauchten die stockfinstere Nacht in eine undurchdringliche Suppe.

Und so kam es, dass der Fahrer aus Köln, der schon seit 15 Jahren in der Domstadt Taxi fährt, schließlich im Stadtteil Langel vollkommen die Orientierung verlor. Statt rechtzeitig abzubiegen, fuhr er immer weiter auf dem Hitdorfer Fährweg, der, wie der Name schon sagt, direkt an der Anlegestelle der Rheinfähre Langel-Hitdorf endet. Plötzlich war jedenfalls die Straße zu Ende und das Taxi, ein schwerer Van, raste ungebremst in den Fluss.

"Gottseidank gelang es den Männern aber noch rechtzeitig, die Scheiben einzuschlagen", erklärte später ein Sprecher der Kölner Polizei gegenüber unserer Redaktion. Tatsächlich müssen die Sekunden nach dem unfreiwilligen Wassergang nämlich an Dramatik kaum zu übertreffen gewesen sein. Denn direkt, nachdem das Taxi vom Fähranleger gestürzt war, geriet der Wagen unter Wasser. Jede Sekunde zählte - und erst, als der Fahrer und sein Gast es endlich geschafft hatten, die Fensterscheiben zu zertrümmern, konnten sich die beiden mit letzter Kraft zurück ans Ufer retten.

Die zwei holten, völlig durchnässt und geschockt, aber nur leicht verletzt, Hilfe in einem nahegelegenen Wohnhaus, dessen Bewohner auch noch Stunden später die Beinahe-Katastrophe direkt vor Augen hatten. Am Vormittag waren Taucher der Kölner Polizei erschienen und ein Boot des Wasser- und Schífffahrtsamtes mit einem eigens für solche Unfälle installierten Kran kreiste auf dem Rhein in Höhe der Unglücksstelle.

Das Auto, von dem nur noch eine Heckklappe zu sehen war, schwamm zu diesem Zeitpunkt "20 bis 30 Meter vom Ufer entfernt", wie ein Augenzeuge schätzte. Und darum gestalteten sich die Bergungsarbeiten zunächst auch schwierig. Die Taucher mussten zunächst Seile an dem Taxi befestigen, ehe gegen 10 Uhr schließlich mit der Hebung begonnen werden konnte. Rund eineinhalb Stunden später war es dann geschafft. Der Van baumelte am Kran, das Auto konnte geborgen werden. Und als der Taxifahrer sich schließlich in dem havarierten Fahrzeug umschauen konnte, da fand er sogar noch seine Geldbörse wieder - wirklich Glück im Unglück.

Der Fährverkehr zwischen Köln-Langel und dem Leverkusener Stadtteil Hitdorf konte aber trotz des Unfalls und der sich anschließenden Bergungsarbeiten während der ganzen Zeit weitergehen. Die Boote wurden auf Kölner Seite zu einem benachbarten Anlieger weitergeleitet.

Quelle: RP

 
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