Leverkusen: Natürliche Kraft aus der Taiga
VON MARION MEYER - zuletzt aktualisiert: 16.09.2010Leverkusen (RPO). Die Firma Ioanessi, ansässig im Manforter Innovationspark, entwickelt Nahrungsergänzungsmittel aus sibirischen Wildbeeren und Früchten. Die lässt Firmengründer Sergej Münch direkt aus seiner Heimat importieren.
"Die Kraft und der Zauber der Taiga liegen darin, dass nur die Zugvögel wissen, wo sie zu Ende ist."
Anton Tschechow
Leverkusen In der endlosen, unberührten Natur der Taiga sammelt Sergej Münch die Zutaten für seine Produkte: Wildbeeren, Honig, Früchte und Blätter. Gefroren werden sie nach Leverkusen transportiert und hier konzentriert weiterverarbeitet. Vor drei Jahren hat der gebürtige Deutsche, der in der Taiga aufwuchs, in Leverkusen seine Firma Ioanessi gegründet. So heißt auch ursprünglich der Fluss, der quer durch Sibirien fließt.
4000 Kilometer Fluss
Der Fluss Ioanessi, heute Jenissei, ist rund 4000 Kilometer lang und fließt etwa in der Mitte von Sibirien von Süd nach Nord und dann in die Karasee des Polarmeeres. Firmen infos: www.ioanessi.de
Der 43-jährige Unternehmer hatte die Idee, die Deutschen an der Natur seiner Heimat teilhaben zu lassen. Seine Nahrungsmittelergänzungen, wie etwa die pulverförmigen Wildpflanzensticks, versorgen den Körper mit lebenswichtigen Nährstoffen und sollen das Stoffwechselgleichgewicht stärken. Das blassrote Pulver schmeckt nach Wald und Honig. "Wir haben vergessen, wie Natur schmeckt", sagt Münch und verweist nicht ohne Stolz auf den Verzicht von Aroma- und Farbstoffe in seinen Produkten.
"Unsere Rohstoffe wachsen nach"
Mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung Leverkusen (WFL) siedelte sich das junge Unternehmen zunächst in einem 20 Quadratmeter großen Büro im Bioplex an. Mittlerweile nutzt Ioanessi 240 Quadratmeter in dem WfL-Gebäude im Innovationspark (IPL). Zurzeit arbeiten noch vier Mitarbeiter für Münch. Bald schon, wenn der Vertrieb ausgebaut wird, sollen es elf sein.
"Aktiv gesund bleiben", lautet das Motto der Firma, die "Lebenskraft aus unberührter Natur" spenden will. Der studierte Chemiker und Forstwissenschaftler Münch hatte noch in Sibirien, wo er bis zu seinem 29. Lebensjahr lebte, die Idee, Menschen natürliche Alternativen zu bieten. "In der Taiga liegen oft 300 Kilometer zwischen zwei Dörfern. Hier ist die Natur sauber, und unsere Rohstoffe wachsen alle nach", betont Münch, der mit seiner Frau Irina die Firma gründete. Tschernobyl sei schließlich weit weg, sagt Münch und zeigt auf der Weltkarte, wo die Region Krasnojarsk liegt, in der seine Mitarbeiter die Wildbeeren sammeln.
Seit über einem Jahr sind seine Produkte, alle in leuchtendem Grün verpackt, in der Apotheke zu haben. Angefangen hat es mit Nahrungsergänzungsmitteln, mittlerweile gibt es auch Raumspray, das nach Wald riecht und die Raumluft erfrischen und von Schadstoffen reinigen soll. Demnächst kommen verschiedene Kapseln etwa mit Wildcranberry, Bärlauch oder Zedernkernöl, die behandelnd wie auch präventiv gegen Krankheiten wirken sollen, auf den Markt.
Ziel: Produktion in Leverkusen
Noch entwickeln die Mitarbeiter nur die Technologie für die Ioanessi-Produkte in Leverkusen, produziert wird woanders. "Eine eigene Produktion hier aufzubauen wäre der nächste Schritt", sagt der Firmengründer.
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