Leverkusen: Neue Chance für die Friedenskirche
VON MONIKA KLEIN - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012Leverkusen (RP). Am 11. März wird das neue Presbyterium mit einem offiziellen Gottesdienst in seinem Amt bestätigt. Doch schon jetzt muss sich das Gremium mit der Frage auseinandersetzen, was mit der alternden Friedenskirche passieren soll.
Die Karten sind neu gemischt, und damit sind für die Evangelische Friedenskirche in der Waldsiedlung alle Optionen von Sanierung bis Abriss wieder offen. Die Entscheidung ist eine von vielen drängenden Aufgaben, die auf das neue Schlebuscher Presbyterium wartet, das im Gottesdienst am 11. März offiziell eingeführt wird. Erste intensive Gespräche wird es bereits am kommenden Wochenende geben, wenn das frisch gewählte Gremium in Klausur geht.
Während die Presbyteriumswahlen in den meisten Gemeinden eine Pflichtübung mit nur wenigen Kandidaten waren oder mangels Auswahl gar nicht erst stattfanden, haben die Protestanten in Schlebusch eine Kampfabstimmung hinter sich. Besonders bei den Kandidatinnen um den Posten der Mitarbeiterpresbyter, bestätigt Pfarrer Jürgen Dreyer, der vor knapp anderthalb Jahren an die zweite Pfarrstelle versetzt wurde, als die Streitigkeiten um Kirchen-Neubaupläne so richtig hochgekocht waren.
Stellenausschreibung
Die Evangelische Kirchengemeinde Schlebusch schafft eine neue halbe Jugendleiter-Stelle, finanziert wird diese je zur Hälfte von der Kirchengemeinde und vom Förderverein "Aufwind". Die Ausschreibung läuft derzeit. Das Presbyterium muss außerdem neues Personal für die erweiterte Kindertagesstätte suchen.
Zwei Drittel neue Ehrenamtler
Da wurde die Küstervertretung Susanne Wissem, deren Name für den Erhalt der Friedenskirche steht, mit deutlicher Mehrheit gewählt – und das nicht nur von Kirchen-Befürwortern aus der Waldsiedlung, sondern ebenfalls in den Bezirken Schlebusch Mitte und Alkenrath. "Das ist ein deutliches Votum, mit dem sich das Presbyterium auseinandersetzen muss", sagt Dreyer.
Von den zwölf Ehrenamtlern sind nur vier wiedergewählt, zwei Drittel sind Neueinsteiger. Der ehemalige Kirchmeister Karl Heinz Walter, treibende Kraft bei der Entscheidung für einen Kirchenneubau in Schlebusch Mitte, hat bereits im vergangenen Jahr sein Amt niedergelegt, nach fast 30 Jahren, und sich nach Manfort umgemeinden lassen, wo er nun zum Presbyterium gehört. Andere haben sich zur Wahl Anfang Februar gar nicht erst wieder aufstellen lassen, aus Frustration oder Enttäuschung.
Vor dem nächsten Winter muss nun eine Grundsatzentscheidung für oder gegen die Friedenskirche fallen – dringende Reparaturen sind fällig. "Die Heizung frisst sehr viel Energie", nennt Jürgen Dreyer ein Hauptproblem. Noch drängender ist das Projekt Kita-Ausbau.
Rund 200 000 Euro wird die Gemeinde investieren, um die räumlichen Voraussetzungen für die Erweiterung zu realisieren, der Rest wird durch Landesmittel gedeckt. "Langfristig hätte die Gemeinde den Trägeranteil nicht aufbringen können", schätzt Dreyer. Aber da hat der ehemalige Kirchmeister noch eine Sonderbehandlung bei der Stadt ausgefochten. Die übernimmt – zähneknirschend – den Trägeranteil für die neuen U 3-Plätze, weil sie die zur Erfüllung der gesetzlichen Verpflichtung dringend braucht.
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