Leverkusen: Neue Hilfe gegen den Stau-Infarkt
VON PETER KORN - zuletzt aktualisiert: 20.11.2009Leverkusen (RPO). 45 neue Messstellen baut der Landesbetrieb "Straßen NRW" ab 2010 auf den NRW-Autobahnen. Auch auf A 1 und A 3 soll das Erfassungsnetz noch dichter werden. Denn rund um Leverkusen droht 20 Prozent mehr Verkehr bis 2020.
Die Prognose ist alarmierend: Um bis zu 20 Prozent – so das Ergebnis einer aktuellen Verkehrsuntersuchung – wird die Zahl der Fahrzeuge im Bereich des Autobahnkreuzes Leverkusen in den kommenden zehn Jahren zunehmen. "Vor allem bei den Lastwagen sind die Zuwächse dramatisch", schildert Jürgen Hermanns, stellvertretender Leiter der Niederlassung Rhein-Berg in Köln beim Landesbetrieb "Straßen NRW".
Um den sich daraus ableitenden Verkehrsproblemen zu begegnen, werden zurzeit nicht nur die A 3 achtspurig ausgebaut und die A 1 hinter Bocklemünd auf sechs Spuren erweitert – das Land setzt auch auf eine weitere Verbesserung der Verkehrserfassung. 45 neue Messstellen installiert "Straßen NRW" deshalb ab 2010 auf den NRW-Autobahnen, um die Verkehrsdichte noch besser feststellen und schneller darauf reagieren zu können.
Ausbau-Pläne
Der Bund plant den Ausbau der A 3 im Bereich Leverkusen auf acht Spuren. Das Autobahnkreuz soll durch Brücken oder Tunnel so umgebaut werden, dass sich die Autoströme von A 1 zur A 3 und umgekehrt nicht mehr kreuzen.
Bis zu 170 000 Fahrzeuge am Tag
160 000 bis 170 000 Fahrzeuge schieben sich täglich allein auf der A 3 über das Autobahnkreuz, "die Autobahn mit der bundesweit höchsten Verkehrsdichte", wie Hermanns betont: "Und auf der A 1 sieht es mit rund 130 000 pro Tag auch nicht wirklich viel besser aus."
Um den täglich neu drohenden Stau-Infarkt zu verhindern, trägt die Verkehrsrechenzentrale in Leverkusen automatisch die Daten von in die Fahrbahn eingelassenen Messschleifen zusammen. Sie registrieren, wie viele Autos mit welchem Tempo auf einem bestimmtene Autobahnstück unterwegs sind.
Aus den Daten gewinnt die Zentrale dann Rückschlüsse auf mögliche Staus. Polizei und die Anbieter von Navigationssystemen nutzen die Daten ihrerseits, um Geschwindigkeits- oder Umleitungsempfehlungen auszusprechen. Auch der Duisburger Hochschullehrer und Verkehrsexperte Prof. Michael Schreckenberg wertet das Material aus, um neue Konzepte gegen die Blechlawinen zu erstellen.
"Ohne diese moderne Technik wäre rund um Leverkusen der Verkehr schon lange zusammengebrochen", betont Jürgen Herrmanns. Was allerdings auch den seit Jahren geplanten Ausbau des Autobahnkreuzes Leverkusen nur um so dringlicher mache.
"Ohne den Protest der Stadt Leverkusen gegen die ursprünglichen Ausbaupläne vor anderthalb Jahren wären wir natürlich schon deutlich weiter", merkt der Kölner Niederlassungsleiter an. Aber auch so gehe es jetzt allmählich voran: "Die Verkehrsuntersuchung haben wir so gut wie abgeschlossen."
2010 könne vermutlich der Entwurf vorgelegt werden, auf den dann das Planfeststellungsverfahren folgt. Danach kann gebaut werden. "Die Anschlussstelle Leverkusen kommt als nächstes dran, dann das Kreuz selbst", kündigt Hermanns an.
Solange wird die gemessene Zahl der Staus wohl noch weiter steigen.
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